Mein Tag beim MusicStar-Casting war voller Spannung. Und Tränen.
Um elf Uhr versammeln sich alle Möchtegern-MusicStars im Novotel in Zürich, um ihre Startnummer zu holen. Ich erhalte die 35042. Bald tritt die erste Kandidatin vor die Jury. In der Warteschlange trällern alle ihren einstudierten Song. Die Eingangshalle summt wie ein Bienenstock. Die ersten Tränchen fliessen, Freudenschreie erklingen. So geht es zwei Stunden lang. Die Mädchen halten Händchen, die Jungs hängen mit ihren MP3-Playern herum.TextprobeMit Florence sitze ich auf der Treppe und geh meinen Text noch einmal durch: «There’s a hero, if you look inside your heart ...» von Mariah Carey. Ein Textaussetzer wäre das Peinlichste, was mir passieren könnte. Noch ein Fisherman’s Friends. Die Nummer 35030 wird aufgerufen. Ich sollte jetzt ruhig in die Reihe stehen. Langsam spüre ich, wie es in meinem Bauch kribbelt. Ein Mädchen kommt aus dem Vorsingzimmer und fällt heulend in die Arme ihres Freundes. «Nummer 35032 bis 35042 in den Warteraum!», ruft die Dame hinter dem Laptop. Einer nach dem anderen geht in den Nebenraum und singt. Dann kommt mein Auftritt. Ich hätte nie geglaubt, dass ich so nervös sein würde. Meine Hände, meine Stimme, alles zittert. Ich will mir nichts anmerken lassen, singe einfach. Fertig. Die Jury taxiert mich. Ich steh rum, weiss gar nicht, was tun. «Gut.» Der eine Juror gibt mir eine blaue Karte, ich bin ein Wackelkandidat und darf in 15 Minuten noch etwas vorsingen. «Joyful» solls sein. Meine Güte, damit habe ich mich schön überschätzt! Das Urteil der Juroren: «Gute Stimme, aber es reicht nicht. Knapp nicht geschafft.» Schade.Voten Sie für michAber noch bleibt mir eine Chance. Das Online-Voting auf www.sf.tv. Ab 31. Oktober kann man dort seinen persönlichen Favoriten wählen. Und der kommt dann weiter. Voten Sie mit!