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Die hängte ihre Karriere nach einem Jahr an den Nagel, weil ihr der Rummel zu viel wurde. Anderseits kann auch ein «MusicStar»-Verlierer zum Nationalheld werden. Baschi (22) war 2004 nur Sechster, verkaufte aber in der Folge mehr als 70 000 Alben, sang d ie offizielle Schweizer Fussball-EM-Hymne und bekam eine eigene Reality-Soap am Fernsehen.
Warum ist das so? Der Musikjournalist und Autor Bänz Friedli (43): «Weil das Publikum, das am Fernsehen abstimmt, nicht mit jenem identisch ist, das CDs kauft und Rockkonzerte besucht.»
Die SF-Zuschauer seien älter, ländlich, konservativ: «Die hören in der Freizeit ‹Schacher Seppli› und nicht Coldplay oder Beyoncé.» Dies erklärt auch, weshalb in den vergangenen Staffeln Kandidaten wie Mario Paccioli (27) oder Sandra Wild (25), die von den Kritikern biedere Langweiler geschimpft wurden, bis ins Final vorstiessen. Bei den Zuschauern kamen sie offenbar an. Es gewinnen nämlich nicht unbedingt die besten Stimmen, sondern jene Interpreten, die den Durchschnittszuschauer am ehesten ansprechen.
Das ist weder ein Fehler noch ein Skandal, denn: Es ist nicht die Aufgabe des Schweizer Fernsehens, talentierte Musiker zu entdecken. Vielmehr muss es ein möglichst breites Publikum erreichen, sprich: eine möglichst hohe Quote erzielen.
Auf dem Musikmarkt gilt oft das Gegenteil. Dort gewinnt, wer ein eigenes Profil entwickeln kann. «Der Irrtum bei ‹MusicStar› liegt in der Namensgebung», folgert Friedli. «Die Sendung ist eine unterhaltsame Soap Opera, aber keine Schmiede für Stars.»
Und wie beurteilt Fachmann Friedli die Chancen der vier «MusicStar»-Finalisten, die heute um den Sieg singen?
«Wenn überhaupt jemand von ihnen eine Chance hat, dann Katharina», sagt er. «Sie hat als hübsches und nettes Berner Meitschi eine gewisse Authentizität.»
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Experte Bänz Friedli, Autor und Musikjournalist. (Goran Basic)