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Es waren beinahe beängstigende Szenen am Donnerstag-Abend, als auf ProSieben die neue Staffel von Germanys Next Topmodel startete. Tausende junger Mädchen stiessen sich die Ellbogen in die Rippen und drängelten ohne Rücksicht auf Verluste. Und alle für denselben Traum: Endlich als erfolgreiches Model im Rampenlicht zu stehen.
Das Leben wird als Bühne gesehen, alles Normale ist ein Gräuel. Nur wieso? «In dieser Lebensphase suchen Jugendliche nach Vorbildern», erklärt Blick-Jugendberaterin Dr. Eveline von Arx. Und diese seien nun mal oft Rockstars oder Models. «Dabei wird nur das Positive eines solchen Lebens gesehen, die Kehrseite der Medaille geht vergessen.»
Das Phänomen ist in diesem Ausmass relativ neu. Verursacht durch Casting-Shows? «Diese Sendungen vermitteln das Bild, das eigentlich jeder ein Star werden kann. Und entsprechend viele probieren es dann auch», so von Arx weiter.
Nur schaffen es natürlich die Wenigsten, und oft genug bricht für die Gescheiterten eine kleine Welt zusammen. Hier appelliert die promovierte Erziehungswissenschaftlerin an Freunde und Familie: «Das persönliche Umfeld der jungen Menschen ist gefordert. Dieses muss auch dafür sorgen, dass Selbst- und Fremdeinschätzung der Teenager übereinstimmen und es nicht zu einer verzerrten Wahrnehmung kommt.»
Keine einfache Aufgabe, wenn von allen Seiten suggeriert wird, dass es nur ein kleiner Schritt ins ersehnte Rampenlicht sei. Und manchmal werden Träume schliesslich wahr. Also wird auch weiter gehofft – und gecastet. (zeb)