Kinder schauen Pornos, Eltern schauen weg

  • Aktualisiert am 03.01.2012
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Pornos im Kinderzimmer. Auf dem Computer nur einen Mausklick entfernt. Auch für Kinder und Jugendliche. Ein SF-Dokumentarfilm gewährt Einblick in die beunruhigende Realität von Teenagern, von der viele Eltern keine Ahnung haben.

Immer mehr Jugendliche schauen Pornos. Im Internet und auf dem Handy. Aus Neugierde, Lust oder durch Gruppendruck. Die erste umfassende Schweizer Studie zum Pornografiekonsum von Jugendlichen zeigt, dass 50 Prozent der elfjährigen und über 90 Prozent der 15-jährigen Knaben schon Pornos gesehen haben.

Bei den Mädchen ist es etwa ein Drittel – obwohl das Anbieten von Pornografie an Jugendliche unter 16 Jahren in der Schweiz verboten ist. Doch durch die Anonymität und globale Ausrichtung des Internets ist der Schutz von Kinder und Jugendliche zur Illusion geworden: Der Zugriff auf pornografisches Material ist faktisch nicht mehr kontrollierbar.

Über das Tabuthema Pornografie wollen weder Eltern noch Lehrer mit Kinder und Jugendlichen sprechen. Zu sehr steht oft die eigene Scham im Vordergrund. Doch welchen Einfluss haben diese Bilder auf Jugendliche? Und können sie zwischen Pornos und Realität unterscheiden?

Drei Klassen aus dem Kanton Bern waren bereit, das Tabu zu brechen und im Dokumentarfilm einen Einblick zu gewähren, in das, was sie in Bezug auf Pornografie erleben und im Internet und auf dem Handy sehen. Die Autorin Barbara Müller porträtiert auf der Beratungsstelle «Berner Gesundheit» die Arbeit des Sexualpädagogen Bruno Wermuth und seiner Kollegin Doris Wäfler, die mit Jugendlichen zwischen 13 und 20 Jahren beider Geschlechter offen über Pornografie sprechen. Entstanden ist ein intimes Bild über die sexualisierte Lebenswelt von Jugendlichen und über ihre Erfahrungen und Schwierigkeiten im Umgang mit Sexualität und Pornografie. (ZVG)

TV-Tipp

Heute, 15. Dezember 2008, 22.50 Uhr, SF 1

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