Neues Vor-Ort-Konzept für den SF-Polit-Talk Ist die klassische Arena am Ende?

Die «Arena» kämpft seit Jahren mit sinkenden Quoten. Nun reagiert das Schweizer Fernsehen und sendet statt vom Studio am Leutschenbach vom Bahnhof Zug.

  • Publiziert: 25.09.2012
  • Von Peter Padrutt
play

Sonja Hasler gibt die «Rundschau» ab und konzentriert sich auf die «Arena».

(SRF/Markus Bertschi)

Oft wurde die «Arena» schon überarbeitet, mehrmals schon totgesagt: Jetzt krempelt das Schweizer Fernsehen seine Polit-Dino-Sendung (seit 1993 auf Sendung!) erneut um: «Wir gehen raus zu den Leuten und rein ins Geschehen», kündigt «Arena»-Moderatorin Sonja Hasler (45) an.

«Das ganze ist ein Abenteuer. Die Idee dazu kam Redaktionsleiterin Marianne Gilgen und mir im Sommer letzten Jahres in der Badi.» Sie hätten viele Zuschriften von Leuten bekommen, die selber mal an einer Sendung teilnehmen wollten.

Am 19. Oktober gehts um die Acht-Millionen-Schweiz

Beim neuen Konzept «Arena vor Ort» wird alles umgedreht. «Im Zentrum stehen Bürgerinnen und Bürger mit ihren Anliegen, die sie an Politiker und Experten herantragen», so Hasler. Die erste Sendung kommt am 19. Oktober aus dem Bahnhof Zug.

Thema ist die Acht-Millionen-Einwohner-Schweiz. «In unserem Land wird es immer enger. Viele Menschen aus dem Ausland haben bei uns Arbeit gefunden. In den Zügen gibt es weniger Platz, und es wird immer schwieriger, eine Wohnung zu finden», erklärt Hasler.

Eine zweite «Arena vor Ort» sei für den 21. Dezember geplant. Hasler versichert, dass es die klassische «Arena» im Studio weiterhin geben werde. Aber vieles deutet darauf hin, dass SF das einschränkende Konzept mit den oft immer gleichen Polit-Köpfen sprengen will.

Konkurrenz Fussball und Olympia

Denn die «Arena» verliert Quote: Die ersten 30 Sendungen dieses Jahres sahen durchschnittlich 188 000 Zuschauer (Markt­anteil: 18,7%). Allerdings hatte die «Arena» auch gegen die Fussball-EM und Olympia zu kämpfen. 2011 schalteten aber noch 200 000 Zuschauer (21%) ein.

Am meisten verlor die Sendung, als im Jahr 2000 die Zahl der Protagonisten von zwei auf sechs erhöht wurde. 1996 hatte die «Arena» noch 37 Prozent Zuschauer erreicht.

«Die Quote spielte bei der Entwicklung der ‹Arena vor Ort› keine Rolle, sagt Redaktionsleiterin Marianne Gilgen (52). «Sie ist ein Experiment. Wir werden danach prüfen, ob das Konzept ankommt – Pläne für Sendungen nächstes Jahr hätten wir schon.»

Hat die «Arena» ein Lifting nötig?»

Beliebteste Kommentare

  • Laurent  Meier , via Facebook
    Die Arena ist ganz einfach nur noch langweilig, schlecht moderiert, keine rechten Konfrontationen mehr, erinnert mich eher an eine Kuschelrunde oder den "Club" am Dienstag Abend. Zudem zeugt es schon von einer gewissen Borniertheit, wenn die Redaktionsleiterin meint, Quoten spielen keine Rolle, ich weiss, die Billag-Gebühren sprudeln auch so, aber ein bisschen mehr Begeisterung dürfte man von der Cheffin schon noch erwarten, oder?
    • 26.09.2012
    • 58
    • 4
  • Bruno  Janthiang , Nong Prue
    Die Arena muss spannender werden. Die Moderation sollte nicht jede spannende Diskussion abwürgen, nur aus Angst, es könnte mal etwas hitziger werden..
    • 26.09.2012
    • 52
    • 2

Alle Kommentare (14)

  • Franz  Steiger
    Ich wäre auch sehr dafür, dass die Sendung Live und interaktiver gestaltet wird. Bei den Wahlarenen auf dem Bundesplatz ging es ja in diese Richtung.
    Die Sendung selbst kann man mögen oder nicht, aber gerade in einem Land mit direkter Demokratie ist es wichtig, dass die politischen Sachthemen im TV diskutiert werden.
    • 26.09.2012
    • 3
    • 0
  • Peter  Stoffel , Rorschach
    Ein Versuch ist es wert. Es darf ruhig die bevölkerung zu Wort kommen. Die Stossrichtung der Politiker kennen wir ja inzwischen.
    • 26.09.2012
    • 22
    • 2
  • Bernhard  Rüede , via Facebook
    man sollte bei der "Arena vor Ort" per Twitter mitdiskutieren können
    • 26.09.2012
    • 9
    • 13
  • Bruno  Köppel , St.Gallen
    Warum soll man etwas ändern, das sich bewährt hat? In der aktuellen Arena kommen immer Leute zu Wort, die das zur Diskussion stehende Metier verstehen, was ein Garant für Qualität ist.
    "Raus zu den Leuten" würde zu einer gewöhnlichen "Chropflehrete" von sachunkundigen Zufallsschüssen verkommen.
  • jürg  frey , teufen
    SF täte gut daran, ihre Arena mehr nach dem Prinzip Talk-Täglich zu gestalten, dass nicht nur Politiker mitdiskutieren können, sondern auch die Volkesmeinungen und Interessen direkt eingebracht werden können. Solche Sendungen sind meisst Reisser. Politiker schwatzen eh immer das Selbe.
    • 26.09.2012
    • 27
    • 5
Seite 1 2 3 »
Seitenanfang

Top 3

1 Endlich liegen die TV-Quoten vor! Eishockey-Finale ist der einzige Millionärbullet
2 TV-Koch René Schudel So funky ist seine Kitchenbullet
3 Nach der Lanz-Schelte General-Überholung für «Wetten, das..?»?bullet

TV