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Beni National Vom Jüngling bis zum Greis (Fotomontage): Seit 1973 amtet der 59-Jährige als Sportkommentator und Showmaster am Schweizer Fernsehen. (RDB/Montage BLICK)
Beni Thurnheer. Seit 1973 gehört er zum Inventar des Schweizer Fernsehens. Mit ihm jubelten wir auch jetzt, als Yakin an der Euro Tore schoss. Und wir trauerten mit ihm, als uns die Türken ins Aus kickten.
Wir lieben Benis Wärme, wir mögen seinen Schalk. Seit Jahrzehnten. Doch die Welt um ihn herum hat sich verändert. Köbi ist weg. Zubi auch. Und beim Fussball-Verband nächstes Jahr auch der Präsi.
Nur Beni bleibt! Aber er bleibt nicht der Alte. An der EM fiels wieder besonders auf. Der Wortakrobat dribbelte sich mehrmals ins Abseits. Bei Italien–Frankreich richtet er ein Durcheinander mit den Punkten an. Er sieht die falsche Mannschaft der Gruppe im Viertelfinal. Im Finalspiel zählt er falsch und behauptet, die Spanier hätten dreimal ausgewechselt. Und eigentlich ist es Xavi, der den Freistoss schiesst. Aber Beni sieht Iniesta am Ball.
Nächste Woche wird Beni 59. Noch immer darf er sämtliche Nati-Spiele kommentieren. Denkt er langsam daran, sich auswechseln zu lassen? «Lieber hätte ich eine gleitende Pensionierung von 60 bis 70 als ein ‹sudden death› mit 65», sagt er zu BLICK.
Fussball-Fans stöhnen. Beni will keinen «plötzlichen Tod» am Mikrofon. Er möchte übers Pensionsalter weitermachen. So wie ein Christoph Blocher. Damit der Entzug aber auch dann nicht zu hart wird, will er sein Pensum bis 70 jährlich um zehn Prozent kürzen.
Droht uns der «ewige Beni»?
Er würde noch bis 2019 am Mikrofon sitzen. Und weitere zwei Europa- und zwei Weltmeisterschaften kommentieren. Immerhin: «Früher oder später werde ich die Spiele der Schweizer Nati nicht mehr kommentieren», sagt Beni. Wann ist das? Im Herbst, wenn die WM-Qualifikationsspiele der Nati beginnen? Wenn er 65 ist? Oder erst mit 70?
Kommentatoren-Legende Karl Erb (82) sagt zwar: «Es ist Benis ganz persönliche Angelegenheit, wann er aufhören will.» Doch dann bringt Erb einen Vergleich aus dem Sport: «Bei älteren Sportlern mussten wir oft sagen: Er hat den Zeitpunkt für seinen Rücktritt verpasst. Tempomässig und psychisch hält er nicht mehr mit.»
Noch letzten November sagte Beni im SonntagsBlick: «Mit dem 1000. Nati-Tor wird Schluss sein». 975 Tore sind schon gefallen. Und bei den Partien der Schweiz gegen Israel, Luxemburg und Griechenland könnten schnell noch ein paar dazukommen.
Wünscht sich Beni deshalb jetzt ein Ende erst mit 70? Kann er nicht loslassen? Seine Frau ist weg, die beiden Buben längst draussen. Der Job ist vielleicht alles, was ihm bleibt.
BLICK weiss: In der Sportabteilung von SF wurde schon letztes Jahr diskutiert, ob Beni bei den Schweizer Matchs kürzertreten soll. Jetzt sagt ein Insider: «Bereits im September spielt die Schweiz gegen Israel. Da wird das wieder losgehen. Vielleicht kann Beni gar nicht selber entscheiden, wie es mit ihm weitergeht.»
SF-Sportchef Urs Leutert wollte sich gestern dazu nicht äussern. Und SF-Sprecher David Affentranger lässt sich nur entlocken: «Wir werden die EM zuerst in Ruhe analysieren. Es ist noch zu früh zu sagen, wer bei der WM 2010 im Einsatz steht.»
Benis Talent als «Schnurri der Nation» ist unbestritten. Wie auch sein Können als Showmaster. Aber will er auch «Benissimo» noch mit 70 moderieren? Die
Lottoshow holte dieses Jahr zwar noch sehr gute 748 000 Zuschauer, hat aber längst kein Millionen-
Publikum mehr. «Auch eine Sendung wie ‹Benissimo› hat ein Verfalldatum», sagt Beni «aber sie wird nicht wegen mir aufhören.»
Das klingt fast so, als wolle er sich mit der Samstagabend-Kiste ein Denkmal setzen.
Auch der grosse Thomas Gottschalk scheint mit «Wetten, dass ..?» nicht aufhören zu können. Aber in einem Punkt ist er konsequent: Er wünscht sich einen «Sudden Death»: «Jetzt mache ich zunächst mal fröhlich weiter. Und wenn ich irgendwann aus dem Leben scheide, nehme ich ‹Wetten, dass ..?› mit in den Himmel.»
Beni dagegen möchte bis 70 noch im Himmel bleiben – als TV-Moderator.