Schweizerin bei «Die Farm»: «Ich kriegte am ganzen Körper Haare!»

  • Publiziert: 29.01.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Danica Gröhlich

Kein Strom, keine Seife und keine Schokolade: Die 21-jährige Ivana aus Niederbipp im Kanton Bern tauschte in der RTL-Sendung «Die Farm» ihr Schweizer Luxus-Leben für die Land-Luft von Norwegen ein.

Wie bist du auf die Idee gekommen, bei «Die Farm» mitzumachen?
Mein Agent hat mir das Anmeldeformular gegeben, denn er fand, dass ich nicht das Zeug zum Topmodel hätte. Das Gewicht war ein Problem, ausserdem bin ich zu klein. Beim «Sahlenweidli» des Schweizer Fernsehens hätte ich bestimmt mitgemacht. Aber 2004 kannte ich das noch gar nicht. Und Deutschland ist das A und O, wenn man im Show-Geschäft etwas erreichen will.

Was hast du bei «Die Farm» am meisten vermisst?
Die ersten zwei Tage hat mir mein Haarspray total gefehlt. Denn ich gehe nie ohne Haarspray aus dem Haus. Nach einer Woche dann habe ich Butter vermisst. Ich esse kein Brot mit Butter, sondern Butter mit Brot.

Und Schokolade?
Nach einer Woche war der Entzug vorbei und die Gelüste darauf liessen auch nach. Dafür haben mir Zigaretten gefehlt. Wir durften nur eine bestimmte Anzahl mitnehmen. Das Rauchen ganz aufgegeben habe ich dank «Die Farm» leider auch nicht.

Auf welches moderne Gerät hast du nicht gern verzichtet?
Den Fernseher! Das war für mich natürlich die Hölle, denn es war gerade Formel-1-Saison und ich bin ein riesiger Fan.

Wie hast du die Samstage auf der Farm verbracht?
Mit Schlafen! Und mit Streiten. Wenn man so lange aufeinander sitzt, dann beginnt man auch die Fehler bei den Anderen zu suchen. Nur aus Action fängt man dann auch Streit an. Im Nachhinein betrachtet natürlich lächerlich.

Weswegen habt ihr denn gestritten?
Wenn zum Beispiel einer den Hühnerstall vergessen hat, dann hats halt gekracht. Richtig peinlich!

Wie hattest du es dir denn vorgestellt?
Ich kenne das Bauernleben von meinen Grosseltern. Ich hatte keine Ängste, dass ich mit den Tieren nicht klarkommen würde. Ich hatte eigentlich mehr Angst vor den anderen Kandidaten.

Du hattest also bereits Erfahrung mit dem Landleben.
Ja, ich wusste vorher schon, wie man ein Huhn rupft oder, wie man eine Kuh melkt. Auch bei meinen Nachbarn helfe ich ab und zu auf ihrem Hof mit. Das Bauern habe ich im Blut.

Musstet ihr auch Tiere schlachten?
Ich kam auf die Farm und wusste, ich werde niemals ein Tier schlachten. Aber in dieser Situation, wenn man Hunger hat, dann wäre man bereit, auch zu schlachten. Allerdings mussten wir das nicht tun, es wurde aus Tierschutzgründen von Profis gemacht.

Was hast du auf dem Hof am liebsten gemacht?
Schlafen! Das war am wenigsten anstrengend. Ich habe es gehasst, morgens um 7 Uhr aufzustehen und eine Kuh zu melken oder den Stall auszumisten.

Hattest du Heimweh während dieser Zeit?
Mir hat einfach alles gefehlt. Die Schweiz an sich habe ich vermisst und mein Leben. Vom guten Essen bis hin zur trockenen Matratze. Wie wir die erste Nacht verbrachten, werden die Zuschauer ja sehen. Aber die Schlafsituation war wirklich scheisse!

Hast du einen Freund, der dich vermisst hat?
Ja, unsere Beziehung wurde damals wirklich auf eine harte Probe gestellt. Aber es ist alles im Lot. Ich habe es natürlich vermisst, neben jemandem einzuschlafen, der mir wichtig ist. Auf der Farm lag man neben Leuten, die man nicht kannte. Das war schon ein bisschen unangenehm.

Was würdest du mit den 50000 Euro Preisgeld machen?
Typisch Schweizerisch auf die Seite legen und mein Studium damit finanzieren.

Wie vernünftig! Kein Luxus?
Nein, das Einzige, was ich mir gleich nach meiner Rückkehr von der Farm geleistet habe, waren Extensions. Diesen Luxus musste ich mir neben Maniküre, Pediküre und einem Körper-Waxing einfach gönnen.

Wie waren denn generell die Hygiene-Bedingungen?
Echt scheisse! So was habe ich noch nie erlebt! Ich hatte anschliessend Haare an Stellen, wo man sich nicht vorstellen kann, als Frau überhaupt Haare zu kriegen. Es war einfach nur eklig!

Und was hast du als Erstes gemacht, als du von der Farm zurückkamst?
Ich habe mir erstmal alle Haare entfernen lassen und den Schmerz vom Körper-Waxing dabei so richtig genossen. Und natürlich habe ich gleich ein Butterbrot gegessen.

Hast du durch dieses Projekt die kleinen Dinge wieder mehr schätzen gelernt?
Ja, manchmal denke ich tatsächlich immer noch: «Oh, in Norwegen hatten wir das nicht!» Ich schätze mein Leben jetzt viel mehr als vorher und würde es für nichts in der Welt tauschen.

Die Teilnehmer von «Die Farm». Die 12 Kandidaten müssen einen alten Bauernhof in Norwegen ohne technische Hilfsmittel wieder in Stand bringen.

TV-Tipp

Wie sich Ivana auf der Farm durchschlägt, können Sie ab 31. Januar sonntags um 19.05 Uhr auf RTL sehen.

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