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Gott straft sofort. Das musste auch das ZDF erfahren, als Hülya Özkan, die «Heute»-Moderatorin einen kritischen Bericht über Evangelikale, konservative Protestanten, ansagt – und dann vergebens auf den Einspieler wartet. Ob das nun wirklich eine Intervention von ganz oben oder doch eher einfach Pech war, weiss wohl nur der liebe Gott selber.
Aber ein gutes Omen war es sicher nicht, nach Rücksprache mit der Regie dann so fortzufahren: «Aha, wir machen weiter mit der 13.» Was immer das heissen mag, Glück hats ganz sicher keines gebracht, denn auch dieser Beitrag verweigert seine Ausstrahlung und Frau Özkan blickt langsam etwas hilflos in die Kamera.
Als dann auch die Kurzmeldungen aus Europa es vorziehen, zuhause zu bleiben («Das funktioniert auch nicht»), greift sie nach dem letzten Strohhalm respektive Beitrag, der noch übrig ist: «Okay, dann machen wir weiter, und zwar mit der Prinzessin Mary.» Sie ahnen es, die dänische Prinzessin lacht sich ins Krönchen, versteckt sich in ihrem Palast und es gilt einmal mehr die Shakespearsche Feststellung: «Something is rotten in the state of denmark.» («Etwas ist faul im Staate Dänemarks»)
Zumindest im brandneuen und umstrittenen 30-Millionen-Euro-Studio des ZDF ist definitiv «something rotten» an diesem Tag. Aber die Kombination aus einem grössenwahnsinnigen Studio, verärgerten Christen, der Zahl 13 und einer dänischen Prinzessin konnte ja nicht gut kommen. Wenn die Panne nicht durch göttliche Hand zustande kam, dann wohl unter den Fingern desjenigen Mitarbeiters, der für die Bedienung des Filmservers zuständig war.
Angesichts dieses Totalausfalls jeglicher Bildbeiträge blieb der Moderatorin nur noch der Hinterausgang: «Mh, ja liebe Zuschauer, wir haben jetzt massive technische Schwierigkeiten hier in unserem Studio, es tut uns leid und wir müssen jetzt abbrechen.»
Gesagt getan, immerhin der Kameraschwenk zum Schluss hat funktioniert und die arme Moderatorin erlöst. (gmu)