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Er war der Widerling in der Schoggi-Soap «Lüthi & Blanc» (1999 bis 2007), verkörperte Topbanker Marcel Ospel im Kino-Hit «Grounding» (2006) und war auch im «Tatort» 2009 als Bösewicht zu sehen. Stets ging Gilles Tschudi (53) an seine Grenzen.
Für seine neuste Rolle zieht der «Lüthi & Blanc»-Star blank. Ab 12. Oktober tritt Tschudi während knapp zwei Wochen im Genfer Grütli-Theater auf. Zwei Stunden lang leidet, tobt und wettert er im Stück «Souterrainblues» von Kultautor Peter Handke – und mehr als die Hälfte davon ist er nackt. Komplett nackt! «Ich bin sicher, dass etliche Zuschauer irritiert sein werden», sagt Tschudi. «Aber diese Schockwirkung gehört zur Inszenierung.»
Der Inhalt: Tschudi spielt den «wilden Mann», der auf einer irren U-Bahn-Fahrt immer weiter in die Abgründe der Menschheit blickt – bis er schliesslich den Verstand verliert. «Die Nacktheit ist ein Abbild seiner Verrücktheit. Sie zeigt, dass der ‹wilde Mann› völlig am Ende ist», erklärt er und räumt ein: «Es ist in jeder Hinsicht meine bisher extremste Rolle.»
Doch hat der berühmte Filmschauspieler keine Hemmungen, sich auf einer Theaterbühne derart zu entblössen? «Zu Beginn der Proben fühlte ich mich schon etwas seltsam», räumt Tschudi ein. «Schliesslich zeigen sich nur die wenigsten Menschen gerne nackt vor Fremden.» Er sei aber ein Schauspieler, der alles für eine gute Rolle mache. Das erkennt auch Maya Bösch (37), Regisseurin von «Souterrainblues»: «Es braucht sehr viel Mut, sich so zu offenbaren. Es gibt in der Schweiz nicht viele Schauspieler, die sich diese Blösse geben würden.»
Gilles Tschudi winkt lachend ab: «Ach, mittlerweile ist es mir aber eigentlich egal, ob mich die ganze Schweiz füdliblutt sieht oder nicht. Im Stück geht es ja nicht ‹nur› um mein Schnäbi.»
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Gilles Tschudi. (SF)