Regula Späni: «Für meine Kinder gebe ich das Fernsehen auf»

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • Interview: Bettina Bendiner

20 Jahre SF sind genug! Regula Späni (45) verabschiedet sich vom Bildschirm.

Sie gehören zu den bekanntesten Gesichtern am Schweizer Fernsehen. Warum hören Sie jetzt auf?
Weil ich mehr Zeit mit meinen Kindern verbringen will. Ich möchte sie beim Aufwachsen begleiten. Die Olympiade in Vancouver ist ein perfekter Abschluss für meine TV-Karriere.

Noch im Januar dachten Sie nicht ans Aufhören. Sie würden den «Adrenalin-Kick» beim Fernsehmachen vermissen, sagten Sie.
Dieser Kick wird mir auch ganz bestimmt fehlen. Ich habe lange über meinen Entscheid nachgedacht. Immerhin gebe ich einen Traumjob auf. Aber meine Kinder sind mittlerweile in einem Alter, wo sie mich umso mehr brauchen.

Hat Ihre Familie denn stark unter Ihrem Beruf gelitten?
Die Arbeitsbelastung ist enorm hoch. Als die Kinder klein waren, konnte schnell mal die Grossmutter oder Tante einspringen. Doch jetzt sind sie älter, die Schule ist anspruchsvoller, ihre Hobbys zeitintensiver. Ich will mir nie vorwerfen müssen, dass ich mich zu wenig um sie gekümmert habe. Meine Kinder sind mir wichtiger, als im Rampenlicht zu stehen.

Mit Ihrer aktuellen Sendung «Sportlounge» ernteten Sie viel Kritik. Hat die Häme Ihren Entscheid beeinflusst?
Überhaupt nicht. Der Start der «Sportlounge» war sicher nicht optimal. Nun hat sich die Sendung aber enorm weiterentwickelt und ihr Stammpublikum gefunden. Ich hätte gerne mehr mitgearbeitet, mehr Input gegeben, aber das war mit meiner Familie einfach nicht möglich.

Es gibt Gerüchte, Sie hätten ein Burnout erlitten. Wahr?

Nein, ich hatte eine Virusinfektion. Das war alles. Natürlich – nach zehn Jahren Doppelbelastung durch Job und Familie, springt man nicht mehr rum wie ein junges Reh. Auch bin ich als Mensch oft zu kurz gekommen, musste zu viele Kompromisse machen. Jetzt gönne ich mir einfach mal Zeit für mich selbst.

Wie sieht Ihre Zukunft aus?
Ich möchte rudern, schwimmen, mal in Ruhe ein Buch lesen. Und endlich wieder mit meinem Mann Stefan ins Kino gehen. Bislang ging viel meiner Freizeit für die Arbeit drauf.

Gibt es irgendwann ein TV-Comeback?
Sag niemals nie. Im Moment ist eine Rückkehr jedoch nicht geplant. Im Journalismus zu bleiben, kann ich mir gut vorstellen, aber auch die Arbeit mit Kindern würde mich reizen. Da käme mir meine Ausbildung als Sportlehrerin sicher zugute. Sicher werde ich weiter Medienschulungen und Event-Moderationen machen.

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