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Kommandant Mettler will seine Truppe in vollem Glanz sehen. Geputzt und gestriegelt treten die Soldaten beim Hauptverlesen an. Allerdings gehts dabei nicht nur um den schönen Schein, wie der Kadi erklärt, sondern dass die Truppe «in retabliertem Zustand sofort einsatzbereit ist». Was in diesem Falle Bier trinken bedeutet.
Das gilt nicht für alle, ein Soldat muss abgerissene Knöpfe wieder annähen, aber auch so geht die Sendezeit vorbei. Beim Zimmerverlesen tritt dann allerdings mangelnde Disziplin ans Bunkerlicht: Von 20 Männern sind nur 14 in ihren Betten, vier auf der Wache, einer im Krankenzimmer und einer «irgendwo». Nach dem verlorenen Soldaten wird nicht weiter geforscht, dafür erfährt der Zuschauer, was dem Mann im Krankenzimmer fehlt: Rückenschmerzen hat er. Ausserdem fürchtet er sich wegen des Strohbetts vor Allergien.
Die Truppenmoral sinkt also bereits. Zeit für ein Gespräch von Moderator Oliver Bono mit einem Mann, der die ganze Sache 1940 erlebt hat – und bezeichnenderweise Krieg heisst. Damals hätte er den Wert eines Stahlhelms schätzen gelernt, erzählt dieser. Denn die Leute hätten den damaligen Aktivdienstlern Schokolade und Zigaretten zugeworfen.
Geld und Kohle
Dann nimmt Militärhistoriker Rudolf Jaun Stellung zur abschreckenden Wirkung des Réduits: Schlüssig beantwortet werden kann diese Frage nicht, es fehlen schlicht die Belege. Aber die wirtschaftlichen Faktoren und der Handel mit den Achsenmächten hätten sicher die grössere Rolle gespielt, dass die Schweiz von einer Invasion verschont blieb. Auch wenn diese Gefahr bis 1943 bestanden hätte. Ausserdem hätte sich die Wehrmacht vor den Schweizer Gebirgsschützen gefürchtet – auch wenn diese lediglich ein Mythos waren.
Derweil kämpfen die Frauen auf dem Bauernhof mit anderen Problemen: Die richtige Temperatur im Ofen zu finden, erweist sich als äusserst knifflig. Das Brot gelingt trotzdem. Leicht verkohlt zwar, aber die Frauen freuen sich. Doch ab heute ist der Spass vorbei: Schliesslich hat der Regierungsrat Unterwalden angeordnet, dass ab sofort volle Selbstversorgungspflicht gilt.
Die Anbauschlacht beginnt, die Männer im Bunker haben schon mal die Festungskanone in Augenschein genommen. Wirklich scharf geschossen hat im Zuge des «Living-History-Projekts» allerdings erst die GSoA, welche die «Farce und Geschichtslüge» absetzen will. (zeb)