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Der stolze Remo auf seinem Thron. Er strahlt, solange er im Mittelpunkt steht. (SF/Daniel Ammann)
Remo (43) muss den Rasen mähen. Doch dazu hat er keine Lust. Lieber will er der schönen Maja in der Küche helfen. Schwups bindet er sich eine Schürze um, platziert sich hinter die Kaffeemaschine und behauptet, er hätte seinen Dienst abgetauscht. Davon weiss allerdings niemand was. Und das Chaos ist voll am Laufen. Niklaus (44) wird es schliesslich zu bunt, er will den Wohnwagen nicht mehr mit Remo teilen. Remo bricht in Tränen aus.
Gestern war Halbzeit der Doku-Serie «Üsi Badi». Sechs Protagonisten mit geistiger Behinderung arbeiten den Sommer durch im Strandbad Bruggerhorn in St. Margrethen SG. Die wöchentliche SF-Serie ist ein Quotenhit, mit gegen einer halben Million Zuschauern und fast 30 Prozent Marktanteil.
Remo ist der heimliche Star der Sendung. Bei seinen geistig behinderten Gspänli in der Badi lässt er immer alle wissen, wer das Sagen hat. Sein Lieblingssatz: «Ich bin der Chef!»
Niklaus (44) leidet besonders unter Remos Kommando. «Er sagt mir immer Niki, dabei bin ich auf Niklaus getauft», beklagt er sich. Remo treibt ihn an, sich schneller zu bewegen oder mit ihm baden zu gehen, auch wenn Niklaus gar nicht will.
«Remo will immer Chef sein, das geht überhaupt nicht», beschweren sich auch Remos andere Badi-Kollegen und Kolleginnen. Er würde sie ununterbrochen herumdelegieren.
«Remo spielt gerne den Anführer. Das ist so seine Art. Er ist gerne im Mittelpunkt, man muss ihn immer mal wieder auf den Boden holen», sagt Alfred Isch (64), Geschäftsleitungs-Vorsitzender der Arwo Wettingen, wo Remo seit 20 Jahren arbeitet.
Nur eine kann Remo wirklich Paroli bieten: die geistig behinderte Dominique (18). Will Remo sie küssen, erteilt sie ihm voller Selbstvertrauen eine Abfuhr, sagt bloss: «Finger weg!»