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Sie haben das Dschungelcamp nach 14 Tagen verlassen. Würden Sie ein zweites Mal mitmachen? Vincent Raven: Einmal und nie wieder! Bevor ich in den Dschungel ging, sagte mir mein Bauch: Mach es nicht. Aber dann hat mich mein Freund Uri Geller überredet, es doch zu tun.
Sie bereuen also Ihr Dschungelabenteuer? Nein. Es war eine gute, einmalige Erfahrung. Ich habe das als Experiment angeschaut. Mit meinen Tieren bin ich oft in den europäischen Wäldern unterwegs. Jetzt wollte ich mal schauen, wie der tropische Wald von Australien so ist.
Und, wie ist er? Wer meint, dass im Dschungelcamp alles nur gespielt sei, liegt falsch. Ein Security-Team war rund um die Uhr besorgt, uns giftige Spinnen und Schlangen vom Hals zu halten. Einmal entdeckten diese Leute zwei der giftigsten Schlangen der Welt: in unserer Dusche! Die hatten sich im Wasserreservoir versteckt. Nicht auszudenken, wenn da jemand geduscht hätte!
Wo war für Sie die Grenze erreicht? Als ich zum Dschungel-Duell gegen Rocco antreten musste. Dabei war ich körperlich kaputt. Lähmungserscheinungen am rechten Arm – wahrscheinlich von einem Insektenstich. Dazu kamen Gleichgewichtsstörungen. Ich war chancenlos und plumpste in diese verdammte Kloake.
Da sind Sie ausgetickt. Ich gebe zu, mir ist der Kragen geplatzt. Die Brühe faulte schon seit mehr als drei Monaten vor sich hin. Es hat schlimmer gestunken als in einem Schweinestall, den man sechs Wochen nicht ausgemistet hat. Der Gestank ging nicht nur in die Kleider, der ging ganz tief in mich rein. Das war unwürdig und hat mich
spirituell gestresst.
Ein anderes Mal drehten Sie durch, weil Sie rote Hosen anziehen mussten. «Schwuchtelfummel», wie Sie sagten. Haben Sie was gegen Schwule? Ich habe kein Problem mit Schwulen. Doch ich sah einfach tuntenhaft aus. Die Farbe Rot passt nicht zu einem Mann. Als sechsjähriger Bub trug ich mal einen roten Pullover und rote kurze Hosen und hatte einen Velounfall. Seither bedeutet diese Farbe für mich Unglück. Bei Rot sehe ich rot.
Und dann haben Sie noch Frauen in Führungspositionen in Frage gestellt. Jazzy war der Chef der Gruppe und wollte den Ton angeben wie beim Militär. Da habe ich gesagt, dass man Frauen nicht zu viel freie Hand lassen sollte. Aber ich habe nichts gegen Frauen – ich habe ja einen 18-jährigen Sohn und Eltern, die seit 46 Jahren verheiratet sind, zudem eine Schwester. Ausserdem ist mein Rabe Corax auch ein Weibchen, mit ihr bin ich voll liiert. Wäre ich ein Frauenfeind, würde das nicht funktionieren.
Sie wirkten mitunter total aggressiv. Man nannte Sie «Vincent Bin Raben». Das ganze Dschungelcamp ist eine Comedy-Show. Für jeden, der da drin ist, erfinden sie irgendeinen Charakter und schneiden alles passend zusammen. RTL hat mich nicht so dargestellt, wie ich bin. Wäre ich ein schlechter Mensch, hätte ich das Camp längst verlassen müssen.
Sie haben die Zuschauer angebettelt, nicht mehr für Sie zu stimmen. Eine Show, um am Ende doch noch König zu werden? Nein, ich war immer ehrlich. Ich bin ein Magier und Tierliebhaber, aber kein Dschungelkönig. Ich sage deshalb nicht «Ich bin ein Star, holt mich hier raus», weil ich kein Star bin. Brigitte Nielsen war der einzige Star im Camp.
Draussen können Sie nun wieder der Nikotinsucht frönen. Auch das wurde falsch dargestellt. Seit meinem Hirnschlag vor drei Jahren bin ich eigentlich Nichtraucher – von wegen 80 Zigaretten am Tag! Da wäre ich doch längst tot. Nur wegen dem Stress im Camp habe ich wieder mit dem Rauchen angefangen.
Was machen Sie mit der Gage? Die investiere ich in die Ausbildung meines Sohnes. Er will Kleinkindererzieher werden. Ich werde ihn in Bern besuchen, dann ziehe ich wieder los. Ich habe einen Caravan, darin lebe ich wie in einem Zirkuswagen.
Ihre nächsten Projekte? Ich beschäftige mich weiter mit Tierkommunikation. Ausserdem helfe ich Menschen, über den Verlust ihrer Liebsten hinwegzukommen. Weitere Gedanken habe ich mir nicht gemacht. Ich bin kein Businessman.
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