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Gestern wird Ardian Bujupi aus dem Rennen um den Titel «Deutschlands Superstar» geworfen. Aber hat er es verdient zu gehen? Waren seine Performances denn wirklich schlechter als die der anderen Kandidaten? Falsch gewählt liebes Publikum! Ist eben doch nur eine Unterhaltungsshow! Und nun stehen Sarah «Bodycheck» Engels und Pietro «Ich-heule-mir-einen-ab» Lombardi im Finale.
Endlich! Die Tonart ist richtig gewählt. «Waving Flag» ist ein Song, der gut zu Ardian Bujupi passt. Er füllt die Bühne und er fühlt sich damit wohl. Eigentlich macht er seine Sache gut. Sein Ton voll und tragend. Im zweiten Song verfällt er in alte Gewohnheiten und bringt mich zum Gähnen. Doch für mich entscheidet Ardian bislang jede Runde für sich! Wunderschön dann seine dritte Performance. Er singt «Feeling Good» von Michael Bublé und ja, das ist gut. Zwar nervt mich dieses wiederholte Zurschaustellen seiner tadellos rasierten Brust, aber rein gesanglich ist das absolut fein, was er da vorführt.
Sarah Engels wagt sich unterdessen an «Lady Marmalade» und ich wundere mich wirklich darüber, dass keiner dieser Juroren die krass falschen Töne hört. Alle sind ach so stolz auf «unsere Sarah»! Sie schafft sogar diesen wahnsinnig hohen Ton, wird betont. Ich frage mich nur welchen? Den etwa, der mit so viel Background-Chor unterlegt ist, dass er untergeht und gar nicht zu hören ist? Ich fühle mich als Zuschauer, der Ohren im Kopf hat, verarscht! Aber ich bin ja auch nicht die Zielgruppe. Vielmehr sind es die, die das «jetzt echt voll krass süss finden, dass die Sarah mit dem Pietro» und so!
Ich warte darauf, dass zumindest Sarahs nächste gesangliche Leistung ordentlich kritisiert wird (sie singt Anastacia und abgesehen vom Intro, Strophe, Refrain, Bridge, Outro, ihrem Groove und ihrem Rhythmus ist alles super!) Aber nein, wieder nicht! Sarahs falsche, schlecht gesungene Töne werden einfach nicht gehört. Ihre Bewegungsphobie toleriert. Das alles nennt man dann trotzdem «Gesamtpaket». Jippi! Sarahs «Beautiful» rettet sie vor meinem totalen Verriss. Sie singt diesen Song ok, belanglos zwar, aber ok. Sie sitzt ihn quasi singend ab, oder singt sie ihn sitzend ab? Na egal... zumindest mal keine mega falschen Töne!
Pietro Lombardi singt Elton John und Glashaus und nun ja, beides sind so wunderbare Lieder. Sie leben von dieser Offenheit, Leere und Stille, diese gewissen Einfachheit, wenn der Ton vibriert und ganz von alleine hinaus getragen wird. Aber auf solch eine Ausstrahlung wird auf dieser Bühne gesch...! Da wird geheult was das Zeug hält und ist der Song noch nicht tot gesungen und dann haut man noch einen Zentner Effekt auf die Stimme und heult sich weiter einen ab bis der arme Song bewusstlos am Boden liegt und sich wünscht nie wieder gesungen zu werden! Jepp, so kann es einem Song ergehen! Armer, armer Song. Pietro singt dann noch Lou Bega. Schon wieder! Naja, da soll seine Karriere wohl hinführen. Bla, bla, bla...!!!
Das Publikum hat gewählt, hat sich einlullen lassen von nicht vorhandener Kritik und ist nun selbst daran schuld, wenn Deutschlands Superstar 2011 tatsächlich Sarah Engels oder Pietro Lombardi heißt. Dennoch, ich muss es wiederholen, in Pietro steckt mehr, als er uns zu zeigen vermag, doch man hat verpasst, es aus ihm rauszuholen! Und auf die Frage, was er während DSDS gelernt hat, meint Pietro, dass er schon ganz toll «atmen» kann. Yeah! Wohlauf, Superstar!