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Der verräterische Pipi-Fleck. (RTL)
«Hast du dir in die Hose gemacht oder was?», piesackte Dieter Bohlen einen «DSDS»-Kandidaten. Das nicht, wehrte sich Marcel, aber vielleicht sei vorher auf der Toilette etwas daneben gegangen.
Ganz genau hingeschaut hat dafür die «Kommission für Jugendmedienschutz». Diese kritisiert nun, dass durch die Inszenierung von RTL der Eindruck erweckt worden sei, der «DSDS»-Bewerber könne seine Körperfunktionen nicht kontrollieren.
«Hier werden nicht nur beleidigende Äusserungen und antisoziales Verhalten als normale Umgangsformen präsentiert. Hier werden Verhaltensmodelle vorgeführt, die Häme und Herabwürdigung anderer als völlig legitim darstellen», erklärte der KJM-Chef Wolf-Dieter Ring. Bei Kindern könne diese Art der Darstellung eine desorientierende Wirkung ausüben.
Wegen des Pipi-Rüffels muss Bohlen dennoch nicht tief in die Tasche greifen. Denn die KJM beanstandete bereits 2008 mehrere Casting-Folgen und verhängte ein Bussgeld in Höhe von 100000 Euro. Seither legt RTL die Folgen immer der «Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen» vor. Diese hatte die jetzt beanstandete Pinkel-Episode allerdings freigegeben, weshalb die KJM keine erneute Strafe verhängen darf. (ghd)