Artemis Gounaki über DSDS Nach dem Auspacken heisst es einpacken

  • Publiziert: 21.02.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Artemis Gounaki

ZÜRICH – Das DSDS-Publikum hat genug gesehen von Steffi. Und hören will es die üppige Blondine einfach nicht.

So gut, wie uns die Jury Nelson nach seiner Performance verkaufen will, ist er nicht. Er hat Atemprobleme, worunter seine Intonation leidet, doch eröffnet er den Abend solide und sympathisch. Am Ende der Show wird man ihn dennoch vergessen haben. Manuels Stimme ist nicht schlecht, jedoch komplett belanglos. Dann kommt Kim: Wird sie heute zeigen können, was sie uns seit Wochen verspricht? Ja! «Verkleidet» wie Lady GaGa überrascht sie mit erstaunlich gut klingender Stimme. Nur benutzen kann sie selbige noch nicht wirklich. Dennoch – die kleine Kim hat Potential. Noch liegt es vergraben. Die kleine Frau mit dunkler Stimme muss nun zeigen, was in ihr steckt und sich von Woche zu Woche steigern.

Ich versinke im Boden, als ich Marcels Version von dem Sportfreunde Stiller-Song «Kompliment» höre. Schock! Wenn das – laut Jury – sein bislang bester Auftritt war, ist das peinlich! Er sollte schleunigst weg von dieser Bühne! Püppchen Steffi glänzt durch gesangliche Unfähigkeit. Zeitgleich erhalte ich eine SMS mit Inhalt «grausam». Welch harte, aber wahre Kritik! Ein Gutes hat das alles: Helmuts Performance scheint im Vergleich zu Steffi und Marcel geradezu grandios. Doch mal ehrlich: jeder mittelmäßige Karaokesänger könnte Helmut mit Lässigkeit in Grund und Boden singen. Und so ist und bleibt er für mich komplett uninteressant.

Jetzt endlich: Qualität betritt die Bühne. Oder doch nicht? Guter Ton, volle Stimme, Gefühl, Ausstrahlung – Mehrzad. Etwas stimmt nicht. Er ist unfreier als letzten Samstag. Er macht kleine Tanzschritte, aber das ist nicht sein Ding. Ab und an ein paar falsche Töne. Ich bin enttäuscht, doch laut Bohlen vollbringt er den bislang herausragenden Auftritt am heutigen Abend – was bei dieser Konkurrenz nun wirklich keine Kunst ist!

Thomas bringt den Saal zum Toben. Er singt gut und ist dabei äußert unterhaltsam. Bei Ines schalte ich den Ton dann aus. Diese Stimme braucht niemand! Menowin ist trotz Kehlkopfentzündung heute besser als Mehrzad. Ihr persönliches Kopf-an-Kopf-Rennen hat begonnen, auch wenn man es noch nicht zugeben mag. Menowin performt locker, groovt endlos und singt, als habe er nie etwas anderes gemacht. Gegen Ende hört man zwar seine Erkrankung, aber auch hier beweist er, dass er Herr der Lage ist und bleibt.

Nächsten Samstag wird es die zweite Mottoshow geben – ohne Steffi. Gut so!

Hallo ihr Lieben!

Hier bin ich wieder; eure Blick.ch–Deutschland sucht den Superstar–Jurorin mit Kritiken und Einschätzungen zu den Performances der Kandidaten. Ich habe die Woche genützt, um ähnliche Castingshows zu sehen und zu beurteilen. Das gleichzeitig in den USA stattfindende „American Idol“ etwa zeigt, wie es gehen kann: man hört Musik, man sieht Musik, man fühlt Musik – und wird unterhalten! Und hier? Bei DSDS kommt Bohlen samt Skiausrüstung auf die Bühne, weil er doch in Ischgl war. Dann erscheinen die Kandidaten mit einem Gruppensong und singen diesen in einer Live-Show Vollplayback. Woran man das merkt? Weil sich die Lippen nicht synchron zum Playbackgesang bewegen. Aber wen störts. Hier nun meine Kritik zu den zehn Soloperformances der ersten Mottoshow von DSDS 2010. Eure (H)Artemis
play Bitter: Steffi muss ihren Traum vom Sieg bei «DSDS» begraben. (RTL)

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