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Sich Fremdschämen hat einen Namen – «Deutschland sucht den Superstar». Seit acht Jahren machen sich Pseudo-Sänger vor Dieter Bohlen und seinen Hilfsjuroren zum Affen, strampeln sich ab – und lieben ihre Auftritte.
Wenn die Super-Flops rausfliegen, liegt es natürlich nie an ihnen. Der Teufel, Antichrist, Gott oder Dieter Bohlen haben sie auf dem Kieker. An Talent mangelt es selbstverständlich nicht. Auch wenn Millionen von Menschen ihre Darbietung vor dem Fernseher mit schockgeweiteten Augen und offenem Mund mitverfolgen.
Dieses Selbstüberschätzungs-Phänomen hat einen Namen: Dunning-Kruger-Effekt. 1999 führten die Psychologen David Dunning und Justin Kruger Tests an einer Gruppe Studenten durch. Und beobachteten, dass bei einer Prüfung Unwissenheit zu mehr Selbstbewusstsein führt als Wissen.
Wenn die Grausam-Sänger dann fliegen, ist nur Dieter Bohlen doof. Er hat schliesslich keine Ahnung. Auch diesen Effekt erforschten Dunning-Krüger: Inkompetente Menschen neigen dazu, überlegene Fähigkeiten anderer Menschen nicht zu erkennen, heisst es in der Studie.
Aber es gibt Hoffnung für Bohlens Dumpfbacken. Wer sich weiter bildet, steigert seine Kompetenz. Auch dies ist ein faszinierendes Fazit der Studie. Diesen Rat sollten sich Menderes und Co. hinter die Ohren schreiben. (b3i)