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Menowin ist also nicht Deutschlands neuer Superstar, obwohl ihn die Jury zum Kracher des Final-Abends kürt und Mehrzad einstimmig zum Verlierer degradiert. Vielleicht aber auch genau deshalb! Menowin hätte besser «abgeliefert», sagen sie. Sylvie van der Vaart, sehr schön anzusehen und sprachlich äusserst süss, ist selbst mehr Fan als Jurorin. Und vor allem dankbar, anstelle der in den USA festsitzenden Nina Eichinger an diesem Abend überhaupt dabei sein zu dürfen.
Nelson zeigt der Jury den Chef
Sehr sympathisch, hilft der Sache aber nicht sonderlich. Erst als Ex-Kandidat Nelson in einem Statement die Meinung der Jury angreift, die Finalisten seien zumindest bei den zwei ersten Performances gleich gut gewesen, lenken Bohlen & Co ein. Plötzlich gibt es gleichwertige Finalisten, zwei Gewinner. Und ja Nelson, oh guter Nelson, Du hast recht!
Denn Fakt ist: Mehrzad hatte bereits aufgegeben. Zwar singt er gut, tonal und emotional einwandfrei und somit besser als Menowin, aber seine Ausstrahlung leidet, er wirkt schüchtern, klein und unsicher. Seine Songauswahl eher unspektakulär. Menowin dagegen verkauft sich vom ersten Moment an überlegen. Siegessicher. Er hat seine Songs wieder einmal nicht geübt (wie gewohnt Fantasie-Englisch), was die Jury aber nicht bemängeln will.
Sieger-Song Menowin auf den Leib geschrieben
Es scheint als hätten sie ihren Superstar schon gefunden: Menowin, ein «Ausnahmekünstler», ein «begnadeter Sänger». Und trotzdem: es steht Gesang gegen Performance, 1 zu 1. Dann der Siegertitel, aus der Feder des «grossen» Dieter Bohlen. Sinnigerweise heisst dieser: «Dont Believe What They Say About Me!» – für wen dieser Song wohl ausgesucht wurde? Passt zu Menowins Geschichte. Bohlens Wunschsieger? Na, egal! Mehrzads Version ist balladesker, mehr auf die breite Masse ausgerichtet, ganz schön. Aber Mehrzad, inzwischen sichtlich genervt vom sehr einseitig platzierten Lob der Jury, ist entkräftet, hat Probleme mit seinem Monitor und gibt innerlich auf. Er selbst glaubt nicht mehr an sich. Und nun steht da auch noch ein Menowin, der voller Power performt. Seine Version ist jünger, er hat Tänzer auf der Bühne, die ihn unterstützen. Und tatsächlich klingt er mächtiger als Mehrzad. Nun ist man sich fast sicher: Menowin wirds wohl werden.
Aber weit gefehlt! Nach Stunden des Wartens endlich die Entscheidungsshow. Und was für eine. Welch inszenierte Selbstbeweihräucherung. Man klopft sich auf die Schulter, umarmt sich, gratuliert sich zu einer der «größten Shows im deutschen TV». Freut sich über gute Einschaltquoten.
Der unerwartete Gewinner
Wann hat das ein Ende? Penetrant! Dann endlich, der Sieger! Und den hat nun wirklich niemand mehr erwartet: Mehrzad! WOW! Menowin bricht innerlich zusammen, man kann sehen, wie seine harte Fassade einstürzt. Armer Kerl! Aber Kopf hoch, auch er wird seinen Weg machen. Mehrzads Vater umarmt Menowin noch bevor er seinem eigenen Sohn gratuliert. Und auch Mehrzad selbst tröstet ihn, küsst ihm die Stirn. Als Mehrzad anschließend erneut den Siegertitel singt, ist er der Alte, mit Ausstrahlung, Glück und toller Stimme. Gut gemacht!