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Macht auch gute Miene zur Kriegsberichterstattung: Schnügel Ana gestern kurz nach 18 Uhr auf SF – allerdings nicht live auf Sendung. (SF)
Wenn Ana mit leuchtenden Augen über die Libyen-Krise («Gaddafi und Merz vertragen sich nicht gut») oder den Afghanistan-Krieg («die Taliban wollen Spielzeug verbieten») referiert – oder einfach nur von Rapper Bligg (32) schwärmt – schmilzt jedes Zuschauerherz. Auch wenn der Newswert da und dort auf der Strecke bleiben mag.
«Falls wirklich etwas sehr Schlimmes passiert», hiess es bei SF im August, «können die Redaktoren jederzeit einspringen». Verständlich. Schliesslich ist die «Tagesschau» eine Live-Sendung. Wirklich keine leichte Aufgabe für eine 11-Jährige.
Doch SF verschweigt, dass die «Kinder-Tagesschau» aus der Konserve kommt. Und SF blendet auch keinen entsprechenden Hinweis ein. Die Wahrheit ist: Anas herzige Moderationen werden eine halbe Stunde vor der Ausstrahlung aufgenommen.
SF-Sprecher David Affentranger rechtfertigt den Schwindel: «Wir zeichnen die Sendung nur auf, um Druck von den Kindern zu nehmen. Es ist eine reine Vorsichtsmassnahme. So können wir im Ernstfall noch eingreifen, falls etwas schiefläuft.»
Ex-«Tagesschau»-Chef Anton Schaller (65), der dem Kinder-Projekt von Anfang an kritisch gegenüberstand, zu BLICK: «Live würde man das Mädchen total überfordern. Die Sendung würde dann vielleicht lustiger. Aber eben: Die ‹Tagesschau› kann ja nicht lustig sein. Das zeigt nur, wie problematisch dieses Experiment ist. Es wurde nicht zu Ende gedacht.»
Ganz harte Worte findet Peter Studer, Ex-Chefredaktor des Schweizer Fernsehens, gegenüber «Radio 1»: «Im Spital würde man Kinder auch keine Leber operieren lassen», meinte er trocken.
Immerhin: Ana ist froh, nicht live auf Sendung zu müssen. Gestern sagte sie zu BLICK: «Ich war nicht nervös. Es macht mir mega Spass, zu moderieren. Ich bin aber auch froh, dass alles kurz vorher aufgezeichnet wird – sonst wäre ich viel mehr aufgeregt.»
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«Das zeigt, wie problematisch dieses Experiment ist. Es wurde nicht zu Ende gedacht.» Anton Schaller, Ex-«Tagesschau»-Chef (RDB)