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Bäuerin Corina Lüthi mit Zwick Astor. (SF/Gian Vaitl)
Das Schweizer Fernsehen nimmt es genau mit der Geschichte. Früher setzten Bauern bevorzugt auf Zwicken, zweigeschlechtliche Rinder. Und deshalb machten sich die Réduit-Macher auf die Suche nach dem historisch korrekten Zugtier – und fanden Astor.
Astor ist weder Mädchen noch Junge – sondern Zwick. Ulrich Bleul, Leiter der stationären Abteilung der Klinik für Fortpflanzungsmedizin am Tierspital Zürich, erklärt, wie Astor entstand: «Zwicken entstehen bei Zwillingsgeburten, und zwar dann, wenn es einen männlichen und einen weiblichen Zwilling gibt. In 90 Prozent der Fälle entsteht dann ein Zwick.» Das Ausgangsgeschlecht des Zwicken sei jeweils weiblich.
Aufgrund von Verbindungen zwischen dem weiblichen und dem männlichen Fötus im Mutterleib, bildet das Weibchen seine Geschlechtsorgane nicht vollständig aus. «Zwicken sind äusserst selten, weil Zwillingsgeburten bei Rindern sowieso selten vorkommen», erklärt Bleul. Insgesamt gebären ungefähr 3.5 Prozent der Mutterkühe überhaupt Zwillinge. Und von diesen 3.5 Prozent galoppieren dann lediglich 25 Prozent als Zwicker durchs Leben.
Weder Kuh noch Stier, dafür eine tierische Rarität – das ist unser Astor also. Und weil Astor weder Hoden noch Eierstöcke besitzt, ist er besonders fleissig und folgsam: «Zwicken sind grösser und haben mehr Gewicht als Weibchen. Aber ihr Temperament gleicht dem der Ochsen«, begründet Bleul den Arbeitseifer des Lieblingsrinds der Schweizer TV-Zuschauer.
Ein kleiner Wehrmutstropfen – Astor gibt keine Milch. Und deshalb müssen die Frauen vom Hof auch weiterhin schwere Milchkanister schleppen.