«Giacobbo/Müller» Der Zipfel der Frechheit?

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • Von Peter Padrutt
Mike Müller und Viktor Giacobbo zielen unter die Gürtellinie.- Screenshot SF

ZÜRICH – Satire darf alles, sagt man. Aber darf man sich auch über den Piccolo eines Regierungschefs lustig machen?

Mamma mia, da haben Viktor Giacobbo und Mike Müller ein grosses Stück geleistet. In der Sendung vom Sonntag machten sie Witze über Silvio Berlusconis Geschlechtsteil. Das soll kleiner sein als ein Cippolata-Würstchen.

Und so ging der Gag, der das Lachen im Saal langsam erigieren liess. Viktor Giacobbo erzählte davon, dass die Aidshilfe Schweiz Kondome für Jugendliche auf den Markt bringen will. «Ein ganz speziell kleines – eines für Kinder», sagte er.

Und dann kommt Giacobbo langsam zum Höhepunkt: «Man muss dazu sagen, dass die Idee für Kinder-Kondome ursprünglich aus Italien stammt.» Im Hintergrund wird dann ein Bild von Silvio Berlusconi an die Wand projiziert – der italienische Regierungschef splitterfasernackt! Mike Müller geht nach hinten und inspiziert Berlusconis Turm von Pisa. Dann sagt er: «Er ist auch von nah betrachtet noch huere chli.»

Pikant: Berlusoni hatte dieses Foto, das am Strand seines Feriendomizils auf Sardinien von einem Paparazzo geschossen wurden, schon vor Jahren verbieten lassen. Und wann immer es erschien, wurde sein Geschlechtsteil züchtig verdeckt.

Darum ist wohl klar: Wäre SF ein italienischer Sender, würde Berlusconi aus Giacobbo und Müller Wurstsalat machen. Oder gleich das Schweizer Fernsehen kaufen.

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