Bruno: Der berühmteste Österreicher seit Hitler

LOS ANGELES – Sacha Baron Cohen ist zurück. Als Bruno lässt er wieder kein Vorurteil und Klischee der Amerikaner aus, um diese auf den Arm zu nehmen. Sei es Homophobie, Rassismus, Promiwahn oder Kamerageilheit.

  • Publiziert: 17.03.2009, Aktualisiert: 14.01.2012
play Sacha Baron Cohen als Bruno. (Getty Images)

Bruno ist ein österreichischer Moderator, dessen Show die bekannteste und beliebteste deutschsprachige Fernsehsendung im deutschsprachigen Raum ist – ausser in Deutschland. Deshalb wird er entlassen. Ein Schock für den homosexuellen Bruno. Also macht er sich auf nach Hollywood, um der berühmteste Österreicher seit Hitler zu werden.

Als erstes adoptiert er sich ein Kind aus Afrika, da dies alle grossen Stars tun. Mit diesem will er ein Fotoshooting veranstalten, um zu zeigen, wie sehr er seinen Sohn liebt. Weil er dafür andere Babys braucht, beschliesst er, ein Casting zu veranstalten. Dort erklären sich Eltern bereit, ihr Kind auf Diät zu setzen, es für einen Stunt aus einem vierstöckigen Gebäude zu werfen oder ihrem Kind die Lippen aufspritzen zu lassen. Nur damit das Kind vielleicht berühmt wird.

Baby O. J.

Nach dem vollendeten Shooting will Bruno die Bilder in einer Talkshow präsentieren und wird prompt in eine solche eingeladen. Diese wird vor allem von Schwarzen gesehen und ist somit ideal, um Brunos Vaterliebe zu demonstrieren. Zuerst erklärt er allerdings, dass er seinen Traummann finden wolle. Er suche einen starken Schwarzen, den er sein Eigen nennen könne. Die afroamerikanischen Zuschauer drehen darauf fast durch. Und als Bruno sein schwarzes Kind auf die Bühne bringt und erklärt, dass er ihm einen klassischen und traditionellen afrikanischen Namen – nämlich O.J. – gegeben habe, dreht das Publikum komplett durch.

Schwule vermöbeln

Doch auch diese Episode ist noch harmlos. Nachdem er als Schwuler gescheitert ist, will Bruno der heterosexuellste Mann werden, den es je gegeben habe. Darum nimmt er an einem Kampfsport-Wettkampf teil. Dort kämpfen zwei Männer in einem Käfig gegeneinander und alles ist erlaubt. Die Menge amüsiert sich köstlich, bis Bruno den Käfig betritt. Sofort schlägt ihm eine riesige Welle Hass entgegen. Als er und sein Gegner dann, anstatt zu kämpfen, sich ausziehen und wild zu küssen beginnen, wollen die Zuschauer den Käfig stürmen. Wild entschlossen, den beiden die Homosexualität aus dem Leib zu prügeln. Zum Glück für die beiden Schauspieler gelingt das nicht.

Der Film wird bei uns im Sommer in die Kinos kommen und sicher an den Erfolg von Borat anknüpfen können. Obwohl der Humor bei Bruno wesentlich subtiler ist als bei Borat, werden die Lachmuskeln aufs Äusserste strapaziert. (gca)

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