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Vor der Kamera gibt er den strammen Kommandanten. Erteilt zackig Befehle, verlangt von seinen Untergebenen unbedingten Gehorsam: Patrik Fluri aus Arth SZ verkörpert in der SF-Dokusoap «Die Alpenfestung – Leben im Réduit» den Vorzeige-Offizier. Aus Überzeugung. «Disziplin und Regeln sind mir wichtig», erklärt er mit stolzer Brust in einem Interview.
Fluri verweist gerne auf seine Militär-Karriere: Bis zum Major hat er’s geschafft. Besonders stolz ist der 35-Jährige auf seinen Dienst bei der Schweizergarde in Rom. Ehemalige Kollegen erinnern sich denn auch gut an den Gardisten Fluri. Aber nicht als eisernen Drillmeister – sondern als disziplinlosen Hallodri, der deftig über die Stränge gehauen hat.
«Den Patrik haben wir ganz anders kennengelernt. Nicht so korrekt, wie er sich jetzt im Fernsehen präsentiert», erzählt Daniel S.* Er war mit Fluri 1995 im Vatikan.
Die Eskapaden seines jungen Kollegen hat er hautnah miterlebt. «Patrik hat das Dolce Vita in Rom sehr ausschweifend genossen», erinnert sich Daniel S. Fluri habe sich nicht an die Ausgangszeiten gehalten, morgens oft verschlafen und es alles in allem sehr locker angehen lassen. «Er war der Typ: Komm’ ich heut’ nicht, komm’ ich morgen», sagt Ex-Gardist S.
Als Folge wird der spätere SF- Schleifer bestraft: Zimmerarrest, WC putzen oder Kanalschächte reinigen. Mehrfach. Denn Patrik habe andauernd gegen Regeln verstossen. An Weihnachten 1996 kommt es deshalb zum Eklat: Fluris Dienst bei der Schweizergarde wird vorzeitig beendet. «Und es braucht viel, bis da einer gehen muss», betont Daniel S.
Warum musste Fluri damals im Vatikan so unschön abtreten? Laut Daniel S. ist er aus disziplinarischen Gründen aus der Garde geflogen. SF-Sprecher David Affentranger (36) nennt eine andere Version: «Fluri hat in den Vorgesprächen erwähnt, dass er die Schweizergarde vorzeitig verlassen habe – auf eigenen Wunsch.» Denn: «Es soll Differenzen mit dem Vorgesetzten gegeben haben.»
So oder so: Ein Rausschmiss ist das Peinlichste, was einem Schweizergardisten passieren kann, sagt Daniel S. «Wir haben uns für zwei Jahre verpflichtet. Wenn man da vor dem Ende gehen muss, sagt das viel über einen Gardisten aus.»
Dass Fluri jetzt im Fernsehen als Vorzeige-Drillmeister auftritt, findet sein ehemaliger Kollege Daniel S. «scheinheilig».
Die Schweizergarde selbst will sich offensichtlich nicht mehr an Fluri erinnern. In einem Mitgliederverzeichnis, das alle Gardisten seit 1900 erfasst, ist der Name Patrik Fluri nicht zu finden.
* Name von der Redaktion geändert.
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Als Schweizergardist beschützte Patrik Fluri Papst Johannes Paul II. (Keystone)