Anfassen verboten!

  • Publiziert: 15.09.2008, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Danica Gröhlich

Mit zwölf Nominierungen könnte die zauberhafteSerie «Pushing Daisies» nächsten Sonntag der grosse Abräumer bei der Emmy-Verleihung sein.

«In Wirklichkeit habe ich noch nie einen Toten berührt», erklärt Lee Pace. Nicht so in seiner Rolle in «Pushing Daisies», für die er als bester Hauptdarsteller einer Comedy-Serie nominiert ist. Der Emmy gilt als bedeutendster Fernsehpreis weltweit.

Tödlicher Kuss

Mit neun Jahren merkt Ned, dass er mit einer Berührung seinen toten Hund wieder zum Leben erwecken kann. Eine Gabe, die leider ohne Bedienungsanleitung kommt. Eines Tages fällt seine Mutter tot um. Ned holt sie zurück. Doch dafür stirbt der Vater seiner Sandkastenliebe. Da realisiert Ned, dass seine Fähigkeit nicht nur gibt, sondern auch nimmt. Jedes Mal, wenn er jemanden wieder zum Leben erweckt, muss ein anderer stattdessen sterben. Und nach einem Gute-Nacht-Kuss, den er seiner Mutter gibt, erfährt er noch Schlimmeres: Die erste Berührung bringt Leben zurück, die zweite bringt erneut den Tod – doch diesmal für immer.

19 Jahre später ist Ned Konditor, der seine Gabe gezielt einsetzt, um aus vergammelten Beeren die frischesten Torten zu zaubern. Zudem streicht er als Privatermittler Belohnungen ein. Er holt Mordopfer ins Leben zurück, fragt sie, wer der Täter war, und schickt sie anschliessend mit einer weiteren Berührung in die ewige Ruhe. Das geht gut, bis er den Mörder seiner grossen Jugendliebe (Anna Friel) finden soll. Er bringt es nicht fertig, sie erneut sterben zu lassen. Was folgt, ist eine Beziehung ohne Berührungen. Denn ein einziger Kuss könnte tödlich für sie sein.

Grell und bunt

«Pushing Daisies», das man umgangssprachlich am besten mit «die Radieschen von unten ansehen» übersetzt, zieht den Zuschauer mit einer wundervollen Geschichte und einer märchenhaften Erzählweise in den Bann. Nebst einem Off-Sprecher, der von den Ereignissen berichtet, fallen vor allem die grellen Farben der Serie auf.

Die Idee stammt von Bryan Fuller (u.a. Autor von «Heroes», «Dead Like Me» und «Star Trek»). Regie der ersten beiden Episoden führte Barry Sonnenfeld, Regisseur von «Men in Black». Bald bekommen auch wir «Pushing Daisies» zu sehen. Ob die US-Serie die Jury der Emmy-Awards verzaubern konnte, erfahren wir aber schon am nächsten Sonntag.

TV-Tipp

«Pushing Daisies»: Das moderne Märchen ab 22. Oktober mittwochs um 21.15 Uhr auf Pro7.

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