LISSABON – Das Highlight der MTV Europe Music Awards war der Anfang:
Madonna – von Moderator Borat als Transvestit bezeichnet – stellte mit ihrer Show alles folgende in den Schatten.Als Madonna die 12. MTV Europe Music Awards im «Atlantic Center» in
Lissabon eröffnete, wackelten die Wände: Die fulminante Performance ihrer neuen Single «Hung Up» mit überdimensionaler Disco-Kugel brachte den Saal zum Kochen. Vergessen war der Reitunfall vom August. Und mit ihrem sexy lila Aerobic-Leder-Outfit samt High-Heel-Stiefeln bewies die 47-Jährige, dass erstens die knackige Figur aus dem Video nicht aus dem
Computer stammt, und zweitens, dass sie mit ihren wohl halb so alten Tänzern locker mithalten konnte.Und was sagt Gastgeber Borat Sagdiyez, die Figur von «Ali G.»-Erfinder Sacha Baron Cohen, zum Auftritt der Altmeisterin des Pop? «Sehr mutig von MTV, die Show durch einen Transvestiten eröffnen zu lassen.» So witzelte sich Borat mal über, mal unter Gürtellinie durch die Preisverleihung. Zu
Shakira meinte er, «Bei uns bedeutet Shakira Vagina». Die wenigen Highlights der dreistündigen Preisverleihung – Live-Auftritte der Stars – lassen sich an einer Hand abzählen:Mit rund 20-köpfigem Chor präsentierte Robbie
Williams seine Single «Tripping» – inklusive einer Stage-Dive-Aktion ins Publikum. Doch die kreischenden Fans liessen den Pop-Gott dann fast nicht mehr gehen. Nur mit Hilfe starker Security-Hände gelang Robbie die Wiedereroberung der Bühne. Später konnte sich der kecke Pop-Barde den Preis als besten Künstler abholen.Bahnbrechend auch der Auftritt der virtuellen Gorillaz mit den Rap-Altmeistern De La Soul. Mit einer ausgklügelten 3-D-Technik wirkte es tatsächlich so, als sei die «Feel Good Inc.»-Truppe erstmals «live on stage». Auch sie waren siegreich: Die Gorillaz erhielten den EMA als beste Gruppe.Die Sieger des Abends waren Green Day und Coldplay. Je zwei der begehrten Preise heimsten die beiden Gruppen ein: Green Day für ihr Album «American Idiot» und als beste Rock-Band, Coldplay für ihren Track «Speed of Sound» und als «Best Act Uk & Ireland».Shakira reüssierte als beste weibliche Künstlerin – eine Überraschung auch für sie selbst. Der Kolumbianerin war die Verblüffung ins Gesicht geschrieben, als ihr Triumph über die Favoriten Alicia Keys und Gwen Stefani Gewissheit wurde.Apropos Gwen Stefani: Sie gilt wohl als grösste Verliererin des Abends. Sie erlitt mit vier Nominationen und null Preisen völligen Ausbeute-Schiffbruch.Den «Free Your Mind Award», eine Auszeichnung für besonderes politisches Engagement, erhielt «Live 8»-Organisator Bob Geldof – überreicht von Madonna. Kategorie Gewinner Nominierte Bester Künstler Robbie Williams 50 CentEminemMobySnoop Dogg Beste Künstlerin Shakira Alicia KeysGwen StefaniMariah CareyMissy Elliott Beste Gruppe Gorillaz ColdplayGreen DayThe Black Eyed PeasU2 Bester Song Coldplay «Speed Of Sound» Gorillaz «Feel Good Inc»James Blunt «You“re Beautiful»Snoop Dogg (ft. Justin Timberlake) «Signs»The Chemical Brothers «Galvanise» Bester Hip-Hop-Act Snoop Dogg 50 CentAkonKanye WestMissy Elliott Bester Pop-Act The Black Eyed Peas GorillazGwen StefaniRobbie WilliamsShakira Bester Rock-Act Green Day ColdplayFoo FightersFranz FerdinandU2 Bester Alternativ-Act System Of A Down BeckBloc PartyGoldfrappThe White Stripes Bester R&B-Act Alicia Keys John LegendMariah CareyMarioUsher Bester Newcomer James Blunt AkonDaniel PowterKaiser ChiefsRihanna Bestes Album Green Day «American Idiot» 50 Cent «The Massacre»Coldplay «X&Y»Gwen Stefani «Love. Angel. Music. Baby.»U2 «How To Dismantle An Atomic Bomb» Bestes Video The Chemical Brothers «Believe» Beck «E-Pro»Gorillaz «Feel Good Inc»Gwen Stefani «What You Waiting For»Rammstein «Keine Lust» Bester Act, Deutschland Rammstein BeatsteaksFettes BrotSilbermondWir Sind Helden Bester Act, UK & Irland Coldplay Kaiser ChiefsJames BluntStereophonicsGorillaz