Terror-Angriff in Burkina Faso – zwei Schweizer SP-Politiker tot «Wer den Kopf hob, wurde abgeschlachtet»

Sie reisten nach Westafrika um Gutes zu tun – und fanden den Tod: Ex-Post-Chef Jean-Noël Rey (†66) und der ehemalige Walliser Kantonsparlamentarier Georgie Lamon (†81) wollten in Burkina Faso die Kantine einer Schule einweihen.

«Wer den Kopf hob, wurde abgeschlachtet»

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Bei einem Terror-Angriff und der anschliessenden Geiselnahme der «Al-Kaida im Maghreb» auf das Hotel «Splendid» und das «Cappucino» starben nach bisherigen Angaben 28 Menschen.

Darunter eine Frau und ein Mann aus Frankreich, sechs Kanadier, fünf Menschen aus Burkina Faso, ein Holländer (67) und ein amerikanischer Missionar, Mike Riddering - insgesamt stammen die Getöteten aus 18 Ländern. Laut Innenminister Simon Compaoré konnten bei der Geiselnahme 176 Menschen gerettet werden.

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Videos zeigen den Schrecken: Man hört in der Dunkelheit die Gewehre knattern, Menschen schreien. Auf «BFMTV» spricht Yannick Sawadogo, Zeuge des Anschlags: «Es war schrecklich, überall lagen Menschen – überall war Blut. Man hörte sie deutlich sprechen, als sie zwischen den Leuten herumliefen und auf alle schossen, die noch zu leben schienen.» Er sei geflüchtet, als die Terroristen das Café in Brand setzten: «Wir sprangen durch die zerbrochenen Fensterscheiben.»

Die Terrasse des «Cappuccino» - hier starben zwei Schweizer bei dem Anschlag. play

Die Terrasse des «Cappuccino» - hier starben zwei Schweizer bei dem Anschlag.

 

Eine weitere Zeugin, Mariette, sagt: «Sie schossen und schossen und alle legten sich flach auf den Boden.» Und spricht weiter: «Man musste so tun, als ob man tot wäre. Sie stupsten einen an den Füssen, um zu sehen, ob man lebt. Wer den Kopf hob, wurde abgeschlachtet.»

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Eine Zeugin spricht über das Attentat.

 

Rückblende: Freitagabend, 19:45 Uhr, stürmen Terroristen das «Splendid Hotel» im Herzen von Ouagadougou. Es ist ausgerechnet das Hotel, das viele Westler und Mitarbeiter der Uno frequentieren. Die Al-Kaida-Terroristen nahmen Geiseln. Kurz vor zwei Uhr ertönten die ersten Schüsse in den oberen Etagen des Hotels. Laut verschiedenen Quellen mieteten sich Komplizen im Hotel ein.

Abgebrannte Autos vor dem Hotel «Splendid». play

Abgebrannte Autos vor dem Hotel «Splendid».

AP Photo/Baba Ahmed

 

Französische Spezialeinheiten versuchten später das Gebäude zu sichern – die Terroristen stürmen auch das schräg gegenüberliegende «Cappucino», in dem der Ex-Post-Chef Jean-Noël Rey (†66) und Georgie Lamon auf Freunde warten, mit denen sie zum Nachtessen wollen. Die Terroristen richten ein Massaker an: «Auf der Terrasse sah die Feuerwehr ein Dutzend Leichen», so Innenminister Simon Compaoré. 15 Stunden dauerte der Alptraum.

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Georgie Lamon (†81) war ein prominenter Walliser Kantonspolitiker.

Vier der Terroristen sterben im Gefecht. Laut früheren Medienberichten seien auch Frauen unter den Terroristen gewesen. Ein Überlebender, Jeremiah Bangou, glaubt, die Angreifer seien noch sehr jung gewesen: «Ich hatte den Eindruck, dass ihre Waffen schwer für sie waren.»

«AP Television» zeigt eine Frau, welche bei dem Terror-Anschlag gerettet wurde. play

«AP Television» zeigt eine Frau, welche bei dem Terror-Anschlag gerettet wurde.

AP Photo

(any)

Publiziert am 17.01.2016 | Aktualisiert am 17.01.2016
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Terror in Burkina Faso Geiselnahmen in zwei Hotels - mindestens 20 Tote

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9 Kommentare
  • christian  schmied 17.01.2016
    Selbst schuld, jeder weis doch das afrikanische und arabische länder nicht sicher sind ! Damals hat usa zum testen eine atombombe auf Japan geworfen, aber heute überall wo es Terror gibt da werfen sie nichts ? ach ja dann kann mein kein öl mehr holen.
  • Hans  Ueli 17.01.2016
    Gibt es eigentlich in diesen Terrorländern eine Waffenindustrie? Ach ja, die verkaufen ja wir ihnen, direkt und indirekt, den Diktatoren und Terroristen. Wir wollen billige Rohstoffe, billige Arbeitskräfte und Märkte für unsere Waffenverkäufe und bekommen dafür Profit, Flüchtlinge und Terror.
    Geopfert wird dafür der Weltfrieden und Millionen unschuldiger Menschen.
    • Andreas  Krebs , via Facebook 17.01.2016
      yep, so sieht es wohl aus. Traurig aber wahr. Die Opfer für unser bequemes Leben sind gross, schon lange viel zu gross. So langsam müsste uns das bewusst werden. Mich erstaunen und erschrecken die vielen Daumen nach unten. Oder übersehe ich da was?
  • Oliver  Hardy 17.01.2016
    Eines muss man sagen der Terror hat "Hochkonjuktur" und die Welt fest im Griff.Der Kampf gegen die "Ungläubigen"wird intensiviert an allen Ecken der Welt.Wir müssen dem Entgegenwirken schliesslich geht es um unsere Freiheit.Wir dürfen nicht zulassen das die Welt in Anarchie und Chaos versinkt.Die Weltgemeinschaft muss zusammenstehen und gemeinsam den Kampf gegen den Terror verschärfen.Es wird ein langer und blutiger Kampf.
  • Werner  Steingruber aus Flawil
    17.01.2016
    wieviele tote urlauber braucht es noch,bis die schweizer schnallen,dass ferien in der schweizz sicherer sind?
    • Michael  Rudolf 17.01.2016
      Bitte hören sie auf. Unter den Toten waren keine Urlauber. Es waren Menschen, die für NGOs arbeiten oder einheimische Ausländer. Unter den Toten war auch die Besitzerin des Cappuccino und ihre 5 jährige Tochter.
      Übrigens, das Foto zeigt nicht die Terrasse des Cappuccino.
    • Ernst  Strickler aus Bülach
      17.01.2016
      Das sage ich ja schon immer, mal wieder ins Tessin, anstelle Maledifen und Bali. Und die Tellsplatte besuchen, nach Luzern gehen andere Reisen dafür um die halbe Welt! Im Heidibrunnen, mal Orginalwasser gratis abfüllen anstelle Lourdes. Das Geburtshaus von Mutter Helvetia besuchen, inkl. Telldenkmal. Und jetzt wo man wieder eine starke rechte Regierung haben, kann man das Bundeshaus auch wieder besuchen, Maurer Ueli, Toni Brunner live! Schaukäserei im Appenzell anstelle Louvre in Paris.
    • Andreas  Krebs , via Facebook 17.01.2016
      @ Michael Rudolf: Nicht das "Cappuccino"? Das Foto mit dieser Bildunterschrift dürfte weltweit publiziert werden Copy-Paste-Journalismus. Ist das einfach nur der Schludrigkeit geschuldet oder steckt anderes dahinter?
  • Hans  Scheidegger 17.01.2016
    Neben dem asiatischen Raum wird vor allem Afrika, von Norden bis weit in den Süden, vom islamistischen Terror heimgesucht. Die verschiedensten radikalen Terrorgruppierungen versuchen, ihren Machtbereich mit brutalster Gewalt auszuweiten. Und wie hier nun in Burkina Faso, wo die Dschihadisten wie Berserker wüteten, ist es nicht eine zufällige, spontane Aktion. Neben einer gezielten Planung, werden Kinder und Erwachsene während Jahren für den Kampf indoktriniert. Weitere Anschläge werden folgen.