Hart gefragt Steckt Giacobbo dahinter?

  • Aktualisiert am 20.01.2012
  • Von Peter Padrutt

TV-Unterhaltungs-Chefin Gabriela Amgarten (46) sagt, warum sie «Classe politique» mit Walter Andreas Müller (WAM) und Birgit Steinegger rauswirft.

Blick: Frau Amgarten, was haben Sie gegen WAM?
Gabriela Amgarten:
Wir haben gar nichts gegen Walter Andreas Müller, der zusammen mit Birgit Steinegger immer hervorragende Arbeit abgeliefert hat.

Warum nehmen Sie dann den beiden TV-Lieblingen Ihre Sendung weg?
Auch uns tut es sehr leid, dass wir diese Sendung verlieren. Dafür waren finanzielle Gründe ausschlaggebend. Wir versuchten nach der Absetzung von «Punkt CH», die «Giacobbo/Müller» weichen musste, «Classe politique» zu retten, was uns auch für ein Jahr gelang. Doch leider sind uns nach einer Sparvorgabe die Mittel hierfür ausgegangen. Zudem fanden wir nie eine befriedigende Lösung für einen Sendeplatz. Es handelt sich um sieben Mal sieben Minuten pro Jahr.

Das ist, wie wenn ein Supermarkt Ovo und Rivella aus dem Sortiment nähme, weils in keinem Gestell mehr Platz hat!
Birgit Steinegger hat weiterhin ihren grossen Auftritt im Rahmen von «Total Birgit» und Walter Andreas Müller wird in Theaterproduktionen zu sehen sein.

Trotzdem: Wenn Strukturprobleme der Grund sind, dass SF den Stars Sendungen streicht, dann fragt man sich: Was stimmt in Ihrem Betrieb nicht?
Sendungen sind immer an Gesichter gebunden. Also genau genommen dürfte man nach Ihrer Logik nie eine Sendung absetzen, da man dann einem Star die Sendung wegnimmt. Wir wollen den Zuschauern weiterhin ein ausgewogenes Comedy-Programm bieten. Die politische Satire deckt «Giacobbo/Müller» ab, die fiktionale Comedy «Total Birgit», die Sketch-Comedy «Edelmais & Co» und das «Arosa-Humorfestival» ist Plattform für verschiedene Comedians.

Aber die Sendung über diesen Schattenbundesrat gab viel Diskussions- und Lachstoff.
Die politische Satire hat bei «Giacobbo/Müller» weiterhin ihren Platz.

Steckt Giacobbo dahinter? Er soll sich dagegen gewehrt haben, dass «Classe politique» in seine Sendung integriert wird.
«Giacobbo/Müller» hat nichts damit zu tun. Giacobbo und Mike sind Profis, denen wir in der Ausgestaltung ihrer Sendung bewusst viel Freiheit gelassen haben. Sie sind erfolgreich und fördern neue Talente.

Es ist nachvollziehbar, dass Giacobbo junge Parodisten wie Fabian Unteregger fördert. Aber warum können da WAM und Steinegger keinen Platz finden?
Wie gesagt, «Giacobbo/Müller» ist eine in sich stimmige und funktionierende Sendung und hat nichts mit der Absetzung von «Classe politique» zu tun.

Ist Giacobbos Show so teuer, dass SF zwei anderen Comedy-Stars die Sendung wegnehmen muss?
Nein, die Sendung liegt im Budget. Nochmals, weder Viktor Giacobbo noch Mike Müller haben damit etwas zu tun.

Viele BLICK-Leser wollen die Bundesrats-Sitcom zurück. Wann nehmen Sie sie wieder ins Programm?
Sobald sich eine Geldquelle finden lässt.

Spar-Guillotine: Gabriela Amgarten streicht den Schattenbundesrat.- Paolo Foschini

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