Interview Status Quo: «Ricks Frisur – grauenhaft!»

  • Aktualisiert am 20.01.2012
  • Von Oliver Schmuki
Status Quo: Rick Parfitt (l.) und Francis Rossi am Open Air Uster 2004.- Dominik Baumann

Seit 45 Jahren spielen Francis Rossi und Rick Parfitt mit Status Quo auf den Bühnen der Welt. Blick sprach mit Lead-Sänger Rossi kurz vor dem diesjährigen Tourstart.

Blick Wie gehts, Mister Rossi?
Francis Rossi
Ach wissen Sie, ich steuere auf die 59 zu, ansonsten ist alles wunderbar.

So schlimm kanns nicht sein, Ihr Pfeifen gerade eben klang äusserst fröhlich.
Ich pfeife die ganze Zeit. Erst wenn ich morgens unter der Dusche zu pfeifen beginne, weiss ich, dass ich wach bin. Manchmal kann ich damit anderen Leuten ganz schön auf den Keks gehen.

So lange Sie ihrem Publikum mit Ihren Songs nicht auf den Keks gehen, macht das nichts.
Unsere Tour beginnt erst nächsten Freitag, momentan sind wir am Proben. In den letzten Jahren haben wir jeweils bis Dezember Konzerte gegeben und dann im Mai wieder damit angefangen.

Sie leben ein bescheidenes normales Leben. Privat wirken Sie wie Clark Kent, der erst mit der Telecaster, den Turnschuhen und der Weste zu Superman wird.
Ja, ich glaube ich bin auf der Bühne tatsächlich eine andere Person. Das passt mir sehr gut. Es ist komisch, ich liebe es, Superman zu sein, berühmt zu sein und Musik zu machen. Gleichzeitig bin ich gerne eine häusliche Person, die nicht berühmt sein möchte. Ich kenne beide Seiten der Medaille.

Trotzdem freuen Sie sich aber auf die nächste Tour?
Ja, die Vorfreude wächst. Es gibt so Vieles am Tour-Leben, was ich liebe und so Vieles, was ich hasse. Am Tag vor der Abreise bin ich immer total deprimiert. Das Schönste für mich ist es nach einem erfolgreichen Gig im Tour-Bus durch die Nacht zu fahren, wenn die Band, die Kinder und alle anderen bereits am Schlafen sind. Da fühl ich mich sicher.

Aber bestimmt nicht so sicher wie auf der Bühne?
Ich habe noch immer Angst, etwas könnte schief gehen! Darum ist Routine wichtig. Ich bin ein Mensch, der Routine mag. Mein Morgenessen nehme ich um 9.30 Uhr zu mir und mein Abendessen um 14.30, damit ich mit leerem Magen auf die Bühne komme. Mein Blut bringe ich mit Liegestützen oder Rumpfbeugen zum pumpen.

Was, wenn etwas Ihre Routine durchbricht?
Dann kann mich das verdammt ärgern. Wirklich! Das kann etwas ganz Kleines sein. Wenn sich zum Beispiel eine Show um eine halbe Stunde verzögert: «Fuck! Warum?» Geht es um den Zeitplan bin ich sehr obsessiv. Rick auch. Wenn wir um punkt 12 Uhr mittags losfahren wollen, dann nicht um eine Minute nach Zwölf!

Dann einigen wir uns jetzt besser, wann genau wir dieses Interview beenden.
(lacht) Sehen Sie, das Problem ist, wenn ich einmal ins Erzählen gerate, kann ich mich nicht bremsen, denn ich liebe den Klang meiner Stimme sooooo sehr!

Ärgert es Sie, dass sich Scorsese in seinem Dok-Film die Rolling Stones porträtiert und nicht Sie?
Ja, was zum Teufel soll das! (lacht) Nein, überhaupt nicht. Aber ich glaube, die Stones hätten einen sehr guten Film machen können ohne Scorsese. Das ist das Schlimme an Showbusiness, dass man immer mit Leuten zusammenarbeiten muss, die gerade angesagt sind. Und die Leute da draussen scheinen das zu mögen. Wenn sich Madonna wieder mal ein neues Image zulegt, frage ich mich einfach: Wer war sie denn zuvor? Etwa nicht Madonna?

Ich habe gelesen, dass Sie mit Status Quo rund 140 Gigs pro Jahr geben. Eindrücklich!
Nun, unser Schnitt ist auf etwa 90 bis 100 gefallen. So schlecht ist das nicht – doch wir könnten mehr geben!

Sieht Rick das ähnlich?
Ich habe Rick seit Dezember nicht gesehen. Ich hatte ihn einmal kurz am Telefon. Wir kennen uns nun schon so lange, wir wissen fast alles voneinander. Deswegen brauchen wir die Pausen.

Vielleicht taucht er für diese Show mit einer total neuen Frisur auf.
Die hat er bereits! Er hat eine fürchterliche Frisur und ist übergewichtig. Aber so ist er nun mal.

Status Quo live:

31. 5. Festhalle Rüegerholz, Frauenfeld12. 7. Moon and Stars, Locarnowww.ticketcorner.com

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