Beichten So toll treiben es die Schweizer Stars

  • Publiziert: 03.11.2007, Aktualisiert: 03.01.2012
  • von Simone Matthieu

DJ Antoine lässt sich gern oral befriedigen. Kurt Felix träumt von einem Gangbang mit dem deutschen Fernsehballet. Und Marianne Cathomen war bei ihrer Entjungferung erst 15 Jahre alt. Die Schweiz staunt über intime Bekenntnisse ihrer Stars vor der TV-Kamera.

Ausgerechnet vor den Mikrofonen des braven Schweizer Fernsehens verlieren unsere sonst so zugeknöpften Prominenten urplötzlich sämtliche Hemmungen. Im «Doppelpack», dem samstäglichen Interview des People-Magazins «Glanz und Gloria», berichten die Stars seit August reihenweise detailliert über ihr Sexleben.
«Selbstverständlich onaniere ich», platzt Ursus (38) vom Clownduo Ursus und Nadeschkin heraus. «Das klappt überall.» Auch Ex-Miss-Schweiz Karina Berger (39) gibt unumwunden zu, sie befriedige sich «ab und zu» selber.

«Wir schauen oft Pornos», lassen Bergfloh Beat Breu (50) und seine Verlobte Heidi Stampfli (52) die versammelte TV-Nation wissen. Sängerin Marianne Cathomen (41) grinst breit beim Geständnis, sie sei beim ersten Mal minderjährig gewesen. «Doch das, was damals war, lässt sich nie vergleichen mit meinem momentanen Genuss.» Cathomens Sexleben mit Ex-Fifa-Sprecher Markus Siegler (47) ist offenbar befriedigend. Ein paar Tage später redet sie vor der Kamera kichernd über Quickies im Auto. Ex-Miss Lauriane Gilliéron (23) wartet ebenfalls mit Nahverkehrs-Erlebnissen auf. Wetterfrosch Jörg Kachelmann (49) prahlt mit Sex bei 120 Kilometern pro Stunde – «und trotzdem passierte kein Unfall».

TV-Moderator Sven Epiney (35) gibt preis: «Die Frauen, die ich in meinem Leben hatte, kann ich an einer Hand abzählen.» Epiney steht seit Jahren offen zu seiner Homosexualität – dass er es zunächst heterosexuell versucht hatte, war bislang nicht bekannt.

Ex-Miss Fiona Hefti (27) verrät, sie habe schon Orgasmen vorgetäuscht, Heiri Müller (61) fantasiert von Sex auf dem Estrich («dort ist es so schön dunkel»), Röbi Koller (49) schwärmt von Erotik am Strand und Katja Stauber (45) erzählt von ihrer wilden Teenagerzeit.

Hemmungslos offen. So kannte man die Stars bisher nicht! Interview-Fragen zum Sexleben sind ein Tabu. Wagt ein Journalist trotzdem eine indiskrete Frage, riskiert er ein verärgertes «kein Kommentar» als Antwort – falls der Prominente nicht längst türenknallend den Raum verlassen hat.

Die Zeiten haben sich geändert. Nun gewähren uns die Berühmtheiten des Landes Einblicke in ihr Schlafzimmer! Wie kommt das? Der Trick der «Doppelpack»-Macher: Die Stars werden im Dauerfeuer mit Fragen bombardiert. Das geht so schnell, dass keine Zeit bleibt für vorformulierte Standard-Antworten und ausweichendes Geschwafel.

Die beiden DJs Antoine (32) und Tatana (31) stehen offen zu ihrer Vorliebe für Oralsex, Roman Kilchsperger (37) hat Sexfantasien, die so dunkel seien, dass er Angst habe, niemand würde dabei mitmachen. Wo der G-Punkt bei einer Frau ist, weiss der TV-Moderator allerdings nicht. Kurt Felix (66) klärt ihn und die Zuschauer noch so gern darüber auf: «Der G-Punkt ist hinter der Klitoris, drei Zentimeter weit oben.»

Viele der Männer beichten Bordellbesuche: «Klar war ich schon im Puff», sagen DJ Antoine, Breu und Kilchsperger. Letzterer ist der Meinung, wer vor dem 34. Altersjahr nicht für Sex bezahlt hat, habe nicht richtig gelebt.
Michelle Hunzikers öffentliches Bekenntnis vor einem Jahr, sie sei noch nie von einem Mann richtig befriedigt worden, wirkt dagegen regelrecht verklemmt.  

Wenn Intimes öffentlich wird

«Der Trend zum Outing wird immer stärker», sagt der Schweizer Medienexperte Roger Blum (62). Früher wäre es keinem Homosexuellen eingefallen, zu seinen sexuellen Vorlieben zu stehen, heute zerfliessen die Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem. Dass die Menschen offener würden, sei an sich positiv, so Blum. «Doch es gibt eine Grenze: die Privatsphäre. Sie sollte als Schutz dienen.» Blum stellt fest, dass diese Grenze am Verwischen ist. Der bekannte Berner Paartherapeut Klaus Heer (63) teilt Blums Einschätzung. «Unsere Medien sind voll nackter Haut. Und sie sind geschwätzig wie nie, wenn es um Sex geht. Es sieht so aus, als wären wir alle offen bis in unsere letzten Schamfalten. Wer mag da schon zickig und verklemmt erscheinen und die Aussage verweigern, wenn er nach sexuellen Intimitäten gefragt wird?».

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