Monika Erb wirbt für Organspenden «Wenn ich tot bin, brauche ich meinen Körper nicht mehr»

  • Publiziert: 21.04.2009, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Gabriel Brönnimann

Im BLICK erklärt das Berner Model Monika Erb (28), warum sie sich für Organspenden einsetzt.

Blick: Monika Erb, Sie haben seit 10 Jahren einen Organspendeausweis. Warum?Monika Erb: Das hat persönliche Gründe. Ich wurde durch den Tod meiner Grosseltern schon sehr früh mit dieser Thematik konfrontiert. Bei meiner Ausbildung als Medizinische Praxisassistentin gab es diese Organspendeausweise. Für mich war schon als 19-Jährige ganz klar, dass ich dem zustimme – also habe ich sofort einen ausgefüllt. Man kann nie wissen, wann man selbst ein Organ braucht.Was bringt denn der Ausweis?Es wird festgehalten, ob man bereit ist, seine Organe zu spenden oder nicht. Ich persönlich beantworte diese Frage ganz klar mit Ja. Man will doch selbst auch weiterleben – und so kann man Leben schenken. Der Ausweis ist auch gut, weil er Angehörigen schwere Entscheide abnimmt. Ein Bekannter von mir wurde letztes Jahr nach einem Skiunfall im künstlichen Koma gehalten. Die Eltern mussten sich entscheiden: Organspende ja oder nein?Wie haben die Eltern sich entschieden?Dafür. Sie wussten irgendwann, dass er es so gewollt hätte. Aber wenn es schwarz auf weiss steht, macht das vieles einfacher. Hinzu kommt: Viele Menschen entscheiden sich in dieser Situation dagegen – weil sie auf keinen Fall etwas falsch machen wollen. Und das ist ein Problem: Die Zahlen (siehe Box) sind deutlich, es gibt so viele Menschen, die auf ein Organ hoffen und warten in der Schweiz. Auch Kinder.Haben Sie auch kein Problem mit der Vorstellung, dass Ihr Herz irgendwann einmal in einem anderen Menschen weiterschlägt, sich neu verliebt?Ja, beim Herz ist das vielleicht schon speziell. Oder beim Auge – für viele das Fenster zur Seele. Ich habe kein Problem damit, ich würde alles spenden.Sie glauben also nicht, dass Sie in irgendeiner Form in jemand anderem weiterleben könnten.Nein. Klar, das empfindet jeder anders. Ich persönlich glaube, wenn ich tot bin, brauche ich meinen Körper nicht mehr. Es ist meine Hülle, das bin nicht ich.Kann man denn einzelne Organe ausschliessen von einer Spende?Natürlich – auf dem Organspendeausweis kann man das. Ich bin erstaunt, wie wenig in der Schweiz über diese Dinge bekannt ist. Es gibt sogar viele, die nicht mal wissen, dass es diesen Ausweis gibt. Es wird einfach zu wenig über dieses wichtige Thema gesprochen. Ob man nun für oder gegen das Spenden ist: Wichtig ist doch, dass man Klarheit schaffen kann. www.swisstransplant.orgwww.monikaerb.chFast-Feedback: Haben Sie sich auch schon mit dem Thema Organspenden auseinander gesetzt? Möchten Sie auch Organe spenden? Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

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