Die Akte Hirschmann: Insider packen aus «Wenn er den Platinum Room abschloss, wurde es für die Mädchen gefährlich»

  • Publiziert: 06.11.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Kaye Anthon und Lukas Rüttimann

Die dunkle Seite des Carl Hirschmann – im «Platinum Room» seines Clubs leuchtet sie grell.

Als am Dienstagnachmittag bei Carl Hirschmann die Handschellen zuklicken, ist das für den Club-Besitzer und Millionenerbe eine böse Überraschung.

Für sein Umfeld ist es mehr ein Drama mit Ankündigung. Denn gegen Hirschmann laufen seit mehreren Jahren Anzeigen, unter anderem wegen Sexualdelikten und Tätlichkeiten.

BLICK weiss von einer Anzeige, in der Hirschmann vorgeworfen wird, er habe eine junge Frau auf der Terrasse seines Nachtclubs Saint Germain zum Oralsex gezwungen und nach ihrer Gegenwehr – das Opfer soll Hirschmann in den Penis gebissen haben – geschlagen.

Obwohl ihn die Polizei deshalb schon seit längerem im Visier hat, kommt Carl bisher ungeschoren davon. Er hält sich für unantastbar. Denn die Betroffenen schweigen. Meist gegen viel Geld.

Auch gestern sprach BLICK mit Betroffenen, die lieber anonym bleiben wollen. Denn sie haben Angst. Angst davor, nicht mehr zum erlauchten Kreis zu gehören. Angst, nicht mehr nach St-Tropez eingeladen zu werden. Und Angst, dass man ihnen vorhält, sie seien selber schuld.

Sein schlechter Ruf eilt dem Playboy voraus. Eine Ex-Gespielin erzählt: «Es ist bekannt, dass Carl einen Blow-Job mit einer Member-Karte seines Clubs belohnte. Allerdings nur eine in Pink, damit du deinen Freund nicht mitnehmen kannst. Aber deswegen kommt man nicht in den Knast.»

Was also macht den Millionenerben so gefährlich, dass er in Untersuchungshaft bleibt?

Seine Ex-Gespielin: «Carl hat zwei Gesichter: Das charmante – und das hässliche, brutale. Das kam oft im Versteckten zum Vorschein. Wenn er den ‹Platinum Room› abschloss, wurde es für die Mädchen gefährlich.»

Der «Platinum Room» im Saint Germain – es ist Hirschmanns dunkles Reich. Eine Besucherin erlebte es am eigenen Leib: «Ich lernte Carl im Club kennen. Er fragte mich, ob ich was mit ihm trinken möchte».

Was danach folgte, war der blanke Horror: «Er nahm mich mit in den ‹Platinum Room›. Als er die Türe abschloss, beschlich mich ein mulmiges Gefühl. Aber als er mir dann an die Kehle griff und von mir verlangte, ihn oral zu befriedigen, wehrte ich mich und stürmte raus.»

Hinein dürfen nur auserwählte Gäste, der abgeschlossene Raum liegt direkt neben dem Eingang. Dank Einweg-Glas sieht man in den Club, die Gäste aber nicht in den Raum.

Innen zeigt sich Carls Geschmack: Die Wände sind schwarz und mit silbernen Polstern ausgestattet. An der Wand hängt ein Selbstporträt des Schockrockers Marilyn Manson. Und aus der Decke kann Hirschmann an Drahtseilen einen Tisch runterfahren lassen. Nach der Eröffnung sagte Carl stolz: «Hey, das Ding hat ein paar Tausender gekostet. Aber es lohnt sich.»

Wie der Rest des Clubs ist auch dieser Raum mit Kameras ausgestattet – Carl kann seine Räume von überall auf der Welt per Fernzugriff von seinem Laptop aus überwachen.

Gegenüber Radio Energy erzählt eine Betroffene: «Ich habe erfahren, dass in diesem Raum wahre Blow-Job-Orgien stattfanden. Carl liess sich vor Gästen und DJs einen blasen.»

Laut einem Szenen-Kenner soll aber Carl der Freiwilligkeit der Mädchen nachgeholfen haben. «Er lässt oft Wodka-Flaschen mit einem Mix-Getränk bei den Mädels kursieren, sogenannte Love Juices. Ich bin überzeugt, dass da was drin ist. Nach einem Glas fühlte ich mich schon sehr betrunken. Dabei stecke ich sonst locker 15 solcher Drinks weg.»

Der Szene-Kenner glaubt, dass Carl die Mädchen so willig macht. «Wenn er dann mit ihnen geschlafen hat, fotografiert er sie. Er hat ein Archiv mit allen Frauen, mit denen er geschlafen hat.»

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