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Nella Martinetti ist von ihren Leiden gezeichnet. Sie kämpft nicht nur gegen den heimtückischen Krebs, sondern auch gegen den Weichteil-Rheumatismus. Morphium helfe ihr, die Beschwerden zu lindern. «Ich bin einfach froh, wenn ich den Tag ohne grosse Schmerzen überstehe», gesteht sie in der aktuellen Ausgabe der «Schweizer Illustrierten».
Trotzdem zeigt sie ihrer unheilbaren Krankheit zumindest psychisch die kalte Schulter: «Noch lebe ich. Und die Zeit, die mir noch bleibt, will ich geniessen.» Sie habe den Krebs zwar akzeptiert, «aber solange ich die Kraft dazu habe, unterwerfe ich mich nicht.»
Wie lange ihr noch bleibe, wisse sie nicht: «Vielleicht sind es Tage – vielleicht auch Jahre.»
Denkt sie an ihr bisheriges Leben, gerät die 63-Jährige ins Grübeln. «Ich frage mich immer wieder: ‹Was habe ich eigentlich geleistet?›» Auch die Beziehung zum Langzeit-Freund Paolo stimmt sie nachdenklich. Nach zwanzig Jahren verliess er sie. Damals war sie vierzig. «Er nahm alles mit, sogar das Bett.» Trost fand sie in Alkohol, Tabletten und Essen. «Das brauchte ich, um zu überleben. Ich nahm zu und lachte darüber. Aber eigentlich war mir zum Heulen!»
Traurig wird sie auch, wenn sie über ihre ältere Schwester spricht. «Wir haben seit zwanzig Jahren keinen Kontakt mehr. Sie war böse zu mir, vielleicht aus Neid», überlegt sie. Verzeihen könne sie ihr nicht. «Man kann nicht zwanzig Jahre Neid und Missgunst vergessen. Daran ändert auch der Tod nichts.» (mky)