Trudi Gersters Sohn Andreas: «Meine Mutter wollte, dass alle von ihr Abschied nehmen können»

Die Märchenerzählerin der Nation hatte einen Tod, wie ihn sich viele wünschen. Im Kreise der Familie schlief sie friedlich ein.

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In die Trauer mischt sich Erleichterung. «Unsere Mutter hatte einen Tod, wie ihn sich wohl viele wünschen», sagt Andreas Jenny (60), der Sohn von Trudi Gerster († 93), zu BLICK. «Meine Schwester Esther und ich waren bei ihr, als sie Samstagnacht aufhörte zu atmen.»

Die St. Gallerin verzauberte Generationen von Kindern mit ihren Geschichten. Jetzt ist Trudi Gerster tot. In der Nacht auf Samstag starb die Märchenkönigin im Beisein ihrer Liebsten in ihrer Basler Wohnung. Am nächsten Montag wird sie im engsten Fami­lienkreis beigesetzt. Gegen 15 Uhr findet im Basler Münster eine öffentliche Abdankung statt. Jeder, der Trudi Gerster ins Herz geschlossen hat, darf dabei sein, wenn das letzte Kapitel ihres Lebens geschrieben wird. Durch die Trauerfeier wird Pfarrer Benedict Schubert (56) führen.

Im Alter trat sie der Kirche wieder bei

Trudi Gerster, die der Kirche erst vor einigen Jahren wieder beigetreten war, hatte einen guten Draht zum Geistlichen. «Er besuchte sie bis zuletzt», erinnert sich Andreas Jenny. «Meine Mutter wollte, dass alle von ihr Abschied nehmen können.»

Die letzten Jahre lebte sie zurückgezogen in Basel, verliess die Wohnung selten. Sie war still geworden, sass gerne zu Hause und schaute Fern­sehen. «Ich besuchte sie so oft es ging und musizierte für sie», sagt ihr Sohn, der in der Ostschweiz lebt. «Unsere Mutter war in ihrer eigenen Welt und zufrieden.»

«Sie hörte auf ihren Körper»

Ihre Tochter Esther Jenny-­Keshava (64) wich in den letzten drei Wochen nicht von Trudi Gersters Seite. Gemeinsam mit drei Pflegerinnen kümmerte sie sich 24 Stunden am Tag liebevoll um ihre Mutter. «Sie war sehr dankbar dafür», so der Sohn. Am Freitag telefonierte er mit seiner Schwester: «Ich spürte durch den Klang von Esthers Stimme, dass sich Trudis Si­tuation verschlechterte.» Sofort fuhr er nach Basel. Gemeinsam wachten die beiden Geschwister in den letzten Stunden über die geschwächte Mutter. Gerster hatte schon seit längerem eine Patientenverfügung erstellt, sie wollte keine lebensverlängernden Massnahmen. «Sie hörte auf ihren Körper», sagt ihr Sohn.

Und Märchenkönigin Trudi Gerster durfte ein Ende erleben, wie sie es sich stets gewünscht hatte. «Ohne Schmerzen und ohne Krankheit», hatte sie in einem Interview vor rund zwei Jahren gesagt.

Publiziert am 29.04.2013 | Aktualisiert am 30.04.2013
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  •   Ruedi Bachmann aus 6300 Zug
    30.04.2013
    Ich wünsche Dir Trudi, auf Deinem letzten Weg alles gute. Warst stets ein guter Begleiter in meinem Leben. Zuerst in meiner Kindheit, dann von meinen Kindern.
    Wir werden Dich nicht vergessen, Deine Geschichten werden uns immer begleiten.