Kritik an «Schweizer Hits»-Moderator Epiney Sven ist zu wenig schwul

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • Von Peter Padrutt

Ausgerechnet! Für die Schwulen ist TV-Liebling Sven Epiney (lebt mit einem Mann zusammen) kein Schweizer Hit.

Sven Epiney (37), der Sonnyboy unter den TV-Moderatoren. Sein Herz gehört seit acht Jahren dem TV-Produzenten Chris Sulser (31). Mit seiner Heiterkeit hievt Sven «Die grössten Schweizer Hits» jeden Sonntag in den Quoten-Himmel. Denn er ist Everbody’s Darling. Er ist immer gut drauf und tut niemandem weh. Weder seinen Gästen noch sich selber.

Alle lieben Sven Epiney. Wirklich alle?

Gemäss einer Online-Umfrage des Gay-Magazins «Display» fordern zwei Drittel aller Schwulen, dass Epiney vom Bildschirm verschwinden soll. Chefredaktor Tom Wyss (32) hat die überraschenden Zahlen in der aktuellen Ausgabe kommentiert. Epiney sei bei den Gays «kein Hit», schreibt er. Und: «Damit er ein Idol wäre, müsste er ganz anders, lockerer zu seinem Schwulsein stehen.»

Im Gegensatz zu anderen Homosexuellen wie Marco Fritsche (33) oder Kurt Aeschbacher (61) fehle es Epiney an Profil, weil er selten zu etwas seine Meinung sage. Das Umfrage-Ergebnis wollte Epiney nicht kommentieren – auch gegenüber BLICK nicht.

Ist Epiney zu wenig schwul? BLICK fragte prominente Homosexuelle. «Nein», findet Schauspieler Walter Andreas Müller (64). «Es gibt halt immer noch Zuschauer, für die er der ideale Schwiegersohn wäre», erklärt er. «Da ist verständlich, dass er kein exaltierter Vorzeige-Schwuler sein will.»

Kommunikationsberater Patrick Rohr (41) sagt: «Jeder Mensch muss selber wissen, wie er mit sowas umgeht.»

TV-Moderator Marco Fritsche (33) sieht es wiederum so: «Vielleicht ist ein Mensch, der seine Sexualität zur Nebensache erklärt, in der Entwicklung weiter als ein Gay-Magazin, das sich um den Hosenschlitz von Promis kümmert.»

Für «Display»-Chefredaktor Wyss ist dennoch klar: «Epiney wirkt im Umgang mit seiner Homosexualität verkrampft, obwohl er als TV-Liebling nichts verlieren würde. Er engagiert sich zu wenig für die Sache. Er könnte Vorbild sein für viele junge Schwule, die ihre Identität suchen. Schade!»

Überrascht vom Schwulen-Theater um Epiney ist Stylingberater Clifford Lilley (57). Lilley meint trocken: «Sven kommt doch gar nicht schwul rüber. Vielleicht ist er ja gar nicht schwul.»

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Sven Epiney gab in den «CH-Hits» schon sein letztes Hemd – trotzdem ist er für viele Schwule zu wenig gay.- Foto: Dominik Baumann

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