Renata Angehrn: «Stefan war meine besondere Liebe»

  • Publiziert: 27.01.2010, Aktualisiert: 09.01.2012
  • Von Flavia Schlittler

Zum ersten Mal spricht Renata Angehrn (53) über das Liebes-Interview ihres Ehemanns. Exklusiv im BLICK.

Frau Angehrn, wie fühlen Sie sich nach dem grossen Liebes-Interview Ihres Ehemanns Stefan?
Erleichtert. Es gibt immer noch Leute, die nicht wissen, dass wir schon seit über sechs Jahren getrennt sind, und mir noch gratulieren zu meiner wundervollen Ehe.

Er sagt in aller Öffentlichkeit, die Liebe zwischen ihm und Bettina Pape sei das Beste, was es gibt. Verletzen solche Aussagen nicht?
Oh nein. Ich denke, jeder Lebensabschnitt ist für sich alleine anzuschauen. Unsere Zeit war auch toll. Nun kommt für uns beide etwas Neues.

Sie kennen Stefan Angehrn seit 22 Jahren. Wie haben Sie sich kennengelernt?
Im November 1987 ist er mit einem Freund in die Location gekommen, in der ich Geschäftsführerin war. Am 20. 12. 1987 hat er mit mir Vorweihnacht gefeiert, und seit da waren wir zusammen.

Seit 21 Jahren sind Sie verheiratet, haben gemeinsam drei Kinder. Was waren für Sie die Highlights Ihrer Ehe?
Am 8. 8. 88 haben wir geheiratet. Unsere Kids sind natürlich das Beste und Schönste, was uns passieren konnte. Dann durfte ich sehr viele VIPs kennenlernen, die der Grundstock meiner Agentur waren – zum Beispiel die Klitschko-Brüder. Ein weiteres Highlight waren unsere ersten gemeinsamen Ferien in Spanien. Oder als ich Stefan meine zweite Heimat in Italien vorstellten durfte – er wurde da als König gefeiert. Wenn ich so überlege, gab es sehr viele Highlights in unserer Ehe.

Was waren die Tiefschläge?
Naja, die Enttäuschung, wie Leute auf Negativmeldungen in den Medien reagierten. Ich musste lernen, damit umzugehen. Auch das ganze finanzielle Chaos machte mir zu schaffen. Immer jeden Rappen zehnmal umzudrehen, war schon happig.

Sie waren immer die starke Frau an Stefans Seite. Sie halfen ihm, als er Schulden hatte und Bruchlandungen machte. Nun geht es ihm ständig besser. Das hätten Sie doch sicher auch gerne an seiner Seite erlebt?
Ja, das stimmt, das wäre zu der Zeit optimal gewesen. Aber wer Stefan kennt, der weiss, wenn es ihm gut geht, dann vergisst er mich und unsere Kinder nicht.

Sie vermitteln mit Ihrer Firma «People And More» Prominente für Events, stehen selbst im Rampenlicht, äussern sich aber nie zu Ihrem Privatleben, schon gar nicht über Stefan. Weshalb nicht?
Oh je, ganz ehrlich: Wen interessiert das schon! Wer etwas wissen will, kann mich ja fragen und weiss, dass ich Antwort gebe oder schweige. Dasselbe gilt für Stefans Leben.

Dieses Jahr soll die Scheidung zwischen Ihnen und Stefan vollzogen werden. Was ist in Ihrer Ehe schiefgegangen?
Das, was bei den meisten Ehen schiefgeht. Wir haben es verpasst, füreinander da zu sein, uns für uns Zeit zu nehmen, unsere Beziehung zu pflegen. Wir waren damit beschäftigt, die Kinder grosszuziehen, finanzielle Löcher zu stopfen und unsere Geschäfte zum Laufen zu bringen, sodass alles andere vergessen ging.

Wer hat sich zuerst vom Partner getrennt?
Ich denke, Stef und ich haben das miteinander gemacht. Wir haben zeitgleich bemerkt, dass etwas fehlt: die Liebe. Die war einfach weg. Nur noch Gewohnheit und Funktionieren war da und sonst nichts mehr.

Was machen Sie heute anders?
Ich binde mich momentan nicht.

Stefan wohnt noch bei Ihnen wegen der Kinder. Wie schränkt Sie das in Ihrem privaten Leben ein?
Gar nicht. In unser Haus kommt eh kein fremder Partner über Nacht. Deshalb ist es eher eine WG mit Stef.

Michelle Hunziker sagt, sie glaube nur an eine grosse Liebe. Wie sehen Sie das?
Ich musste schmunzeln, als ich das hörte. Ja, das habe ich auch immer gesagt. Ob es die grosse Liebe ist, weiss ich nicht. Aber es gibt nur einmal die besondere Liebe.

Ist Stefan die Liebe Ihres Lebens?
Stefan ist der Mann, mit dem ich 22 Jahre durch dick und dünn ging. Der Vater meiner Kinder. Auch von Pat, den ich mit in die Ehe brachte. Ich glaube kaum, dass ich jemals mit einem anderen Mann 22 Jahre verbringen werde. Ob er die Liebe meines Lebens ist, weiss ich nicht. Stefan war meine besondere Liebe.

Sind Sie ein Kind von Traurigkeit, oder spüren auch Sie momentan Schmetterlinge im Bauch?
Nein, ich habe keine Schmetterlinge im Bauch. Aber ich geniesse das Leben und bin happy.

Ihnen ist sehr wichtig, dass Sie sich im Guten trennen. Sie haben Weihnachten mit Ihren Kindern, Stefan, Bettina und deren Kindern gefeiert. Wie war das?
Sehr schön. Bettina ist eine tolle Köchin, was ich nicht bin, und ich geniesse es immer, wenn sie uns bekocht. Schön war es, mit allen Kindern zusammen Weihnachten zu feiern. Ich bin ein Familienmensch, und solche Feste sind mir sehr wichtig.

Punkto Ihrer Ehe mit Stefan: Was bereuen Sie?
Tönt es blöd, wenn ich sage, ich bereue nichts?

Was tut Ihnen leid?
Meine Kinder. Obwohl wir ja das Beste machen, sie Papi und Mami um sich haben, sind es halt doch Scheidungskinder, egal, wie alt sie sind. Ich hätte ihnen gerne eine intakte Familie gegeben.

Würden Sie nochmals heiraten?
Ja, das möchte und würde ich.

Sie mögen Stefans neue Liebe Bettina. Haben Sie einen Tipp für Sie?
Bettina ist mir in vielen Belangen sehr ähnlich. Wenn sie Stefan liebt, dann macht sie automatisch alles richtig.

Welche Eigenschaften sollte Ihr nächster Partner unbedingt haben?
Er muss mir meine Freiheit lassen.

Frau Angehrn, was geben Sie in Trennung oder Scheidung lebenden Paaren für Tipps, damit keine Schlammschlacht entsteht, sondern es wie bei Ihnen gütlich umgesetzt werden kann?
Zieht nicht gleich aus. Versucht es als Wohngemeinschaft. Die Kinder werden es euch danken. Versucht immer nur an die schönen Zeiten miteinander zu denken, automatisch werden die schlechten Erinnerungen weggehen, und man kann anständig und normal miteinander umgehen. Der Partner ist der Mensch, den man irgendwann mal sehr geliebt hat – vergesst das nie!

Bitte vervollständigen Sie folgende Sätze: Liebe ist ...
... etwas, das man nicht erzwingen kann. Aber wenn sie da ist, das Schönste, was einem passieren kann.

Ehe ist ...
... ein tolles Gefühl, denn man weiss offiziell, zu wem man gehört. Viele werden sicher denken, das weiss ich auch ohne Ehe. Glaubt mir, es ist etwas anderes.

Scheidung ist ...
... das Ende eines Lebensabschnittes, der Anfang eines Lebensabschnittes.

Frau Angehrn, besten Dank für das Gespräch.

play Ganz in Weiss: Am 8.  8. 88 gaben sich Renata Würmli und Stefan Angehrn auf Schloss Sonnenberg bei Matzingen TG das Jawort. (ZVG)

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