Michael Jackson So trauert die Schweiz um den King

  • Publiziert: 04.07.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Aurelian Baldinger

ZÜRICH – Während in den USA die Fans noch bis Dienstag warten müssen, bis sie von Michael Jackson Abschied nehmen dürfen, haben sich bereits hunderte von Schweizer Jacko-Anhängern zum Kollektiv-Trauern getroffen.

Es ist still auf der Gemüsebrücke in der Zürcher Altstadt. Die Sonne brennt. Doch keiner der Anwesenden kann das strahlende Sommer-Wetter geniessen. Der grösste Michael-Jackson-Fanclub der Schweiz hat zur Trauer-Zeremonie geladen.

Sarah (25) aus St. Gallen sitzt am Boden, umklammert mit beiden Armen ein Bild des grossen Stars. Sie will ihn nicht gehen lassen: «Für mich ist sein Tod so schlimm, wie wenn ein Familien-Mitglied gestorben wäre», sagt sie mit schwacher Stimme. Sarah ist erschöpft: «Seit Michael tot ist, kann ich kaum noch schlafen.»

Tickets für London-Gig schon gebucht

Auch ihrer Freundin Morena (33), mit der sie nach Zürich gefahren ist, geht es nicht anders. Die Trauer bereitet ihr viele schlaflose Nächte. Am liebsten wäre sie gleich nach Los Angeles gereist, um ihrem Michael noch einmal möglichst nahe zu sein: «Wenn ich nicht zwei Kinder hätte, wäre ich sofort gegangen.»

Sarah und Morena waren bereits stolze Besitzerinnen von Tickets für eines der Jacko-Konzerte in der Londoner O2-Arena. Alles war geplant und aufgegleist. Die zwei Freundinnen hatten sich so gefreut. «Ob wir das Geld zurück bekommen ist uns egal. Wir sind einfach nur sehr traurig.»

«Als wäre er live da»

Wie die beiden jungen Frauen lassen auch die anderen anwesenden Fans schwarze und weisse Luftballons mit einer Nachricht an ihr verstorbenes Idol in den blauen Zürcher Himmel steigen. Später am Abend erinnern sich die Jacko-Anhänger gemeinsam im Club «Marquee» mit Video-Einspielungen auf Grossleinwand, Bildern aus der Vergangenheit und vor allem mit viel Musik an den King of Pop.

Veranstalter Ueli Meier von «Jackson.ch»: «Es sind 200 bis 300 Fans gekommen. Die Stimmung ist unglaublich. Alle klatschen und singen mit – als wäre er live da.» Wie viele der Jünger der Pop-Legende hat auch die 27-jährige Carole Casali aus Zürich nun nur noch einen Wunsch: «Ich hoffe, dass sein Privatleben endlich mal in Ruhe gelassen wird. Er sollte uns einfach als riesengrosser Künstler und als herzensguter Mensch in Erinnerung bleiben.»

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