Absage Schwule empört über Mister Schweiz

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • Von Bettina Bendiner

ZÜRICH - «Mister Gay» Dominic Hunziker wollte «Mister Schweiz» Jan Bühlmann treffen. Doch dieser kann nicht.

Mister Gay Dominic Hunziker (25) wünschte sich eine «Jam-Session» mit Mister Schweiz. Doch Jan Bühlmann (25) kann den Wunsch laut dem Schwulen-Magazin «Display» nicht erfüllen. Bühlmann sagt: «Ich bin der Letzte, der etwas gegen Homosexuelle und Randgruppen hat.»

«Sonst kommt plötzlich jede Miss-Autopneu»

Doch Mister-Schweiz-Organisator Brülisauer bleibt strikt: «Wir müssen irgendwo eine Grenze ziehen. Sonst kommt plötzlich jede Miss-Autopneu und will den amtierenden Mister Schweiz treffen.» Bei karitativen Zwecken laufe es ähnlich: «Es wäre ungerecht, bei Mr. Gay eine Ausnahme zu machen.»

Tom Wyss, Chefredaktor von «Display», ist empört: «Der Vergleich mit einem Spass-Missentitel wie einer Miss Autopneu hinkt gewaltig: Der Mister Gay hat eine Botschafterfunktion und setzt sich für mehr Akzeptanz gegenüber Gays ein.» Die Absage sei eine verpasste Chance, Berührungsängste gegenüber Schwulen abzubauen.

Zu viele Termine?

Brülisauer begründet die Absage mit zu vielen Terminen. Bei so viel Nachfrage nach dem aktuellen Mister Schweiz müsse man eine Auswahl treffen.

Der Schönheitskönig absolviert nur Auftritte mit der Miss Schweiz. Eine Ausnahme bildet der «Elite Model Look»: «Daran sind wir zu 50 Prozent beteiligt», so Brülisauer.

Er betont: «Wir haben nichts gegen Schwule. Jan hat auch schon für schwule Labels posiert.» Und sollte die Mr.-Gay-Organisation Jan als Juror buchen, wäre das Date mit Mr. Gay sowieso gebongt.

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