Die Schweizerin des Jahres 2004, Lotti Latrous, muss aus gesundheitlichen Gründen die Leitung ihrer Projekte an der Elfenbeinküste aufgeben.
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Schweizerin des Jahres 2004: Lotti Latrous. (Columbus-Film)
Lotti Latrous (59), die seit ihrer Kindheit an starkem Asthma leidet, kehrt auf Rat ihres Arztes in die Schweiz zurück, um keine weitere Verschlechterung ihrer Lungenfunktion zu riskieren, teilt die «Lotti-Latrous-Stiftung» mit.
Nach einigen «schlaflosen wie tränenreichen» Nächten habe sich Lotti Latrous entschieden, dass nun ihre eigene Gesundheit Priorität haben müsse. Die Krankenschwester zog sich vor vier Jahren in den Slums eine schwere Lungentuberkulose zu. Etliche Lungenentzündungen folgten.
Lotti Latrous hat sich mit ihrem Einsatz für die Ärmsten in den Slums von Abidjan einen Namen gemacht. Sie gründete und betrieb ein Sterbehospiz, ein Waisenhaus und ein Ambulatorium. Vom Schweizer TV-Publikum wurde sie für ihr Engagement zur «Schweizerin des Jahres» 2004 erkoren. 2002 hatte sie bereits den mit 100'000 Franken dotierten Adele-Duttweiler-Preis erhalten.
Die Projekte in Abidjan werden neu von drei Mitarbeiterinnen aus der Schweiz und Frankreich betreut. Es sei nicht einfach aufzuhören, «aber ich habe erkannt, dass der Zeitpunkt nun gekommen ist, die operative Leitung abzugeben», so Latrous. Sie bleibe jedoch Stiftungspräsidentin und werde «nur körperlich fort sein».
Die Schweizerin war 1994 zusammen mit ihrem Mann, einem Nestlé-Direktor, nach Abidjan gezogen. Konfrontiert mit dem Elend in den Slums, entschloss sich Latrous 1999, zusammen mit einem einheimischen Arzt das Ambulatorium «Centre Espoir Un» aufzubauen. 2002 kam das Sterbehospiz «Espoir d'Eux» und 2005 das Waisenhaus «Espoir Trois» dazu. (sda)