Übler Spruch gegen Obdachlose Schöner Jan, wo ist dein Herz?

  • Publiziert: 15.07.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Bettina Bendiner

LUZERN – Erstmals tritt der Mister Schweiz in einen Fettnapf. Da kann nur noch Pfarrer Sieber helfen.

Im Interview mit dem «Migrosmagazin» hüpfte Jan Bühlmann (22) kopfvoran ins Fettnäpfchen. Auf die Frage, wo man ihn sicher nie antreffen würde, antwortete der «Mister Schweiz 2010»: «In der Luzerner Gassenküche beim Servieren.» Eine zumindest unbedarfte Aussage. Und sofort hagelte es böse Kritik. Ein Luzerner gründete sogar eine «Facebook»-Gruppe gegen Bühlmann.

Gründer Pius Strassmann kritisiert Jans despektierlichen Spruch in der «Luzerner Zeitung» scharf: «Es steht dem amtierenden Mister Schweiz schlecht an, sich auf diese Art und Weise über Menschen lustig zu machen, die weder die Zeit noch die Möglichkeiten haben, an Schönheitswettbewerben teilzunehmen.» Dabei hat der schönste Mann der Schweiz doch gar nichts gegen Obdachlose: «Ich bereue meine Unüberlegtheit. Ich habe kein Problem mit Randständigen.»

Das kann Jan Bühlmann jetzt beweisen. Pfarrer Ernst Sieber lädt ihn ein, ihn zu begleiten: «Jan, mein Lieber, komm doch einmal bei uns im Brotegge vorbei. Dann kannst du die Nähe zu den Menschen erfahren.» Schliesslich gebe es nichts Nobleres, als Bedürftigen in schwierigen Situationen zu helfen. Das sei eine globale Aufgabe. «Er ist der schönste Mann, er muss doch auch die schönste Seele haben», sagt Pfarrer Sieber.

Siebers Tipp für Jan: «Er müsste vom Salatkopf lernen. Der hat das Herz auch im Kopf», so der Geistliche. Mit Pfarrer Sieber hätte Bühlmann einen Experten an seiner Seite. Im Winter 1963 richtete der heute 83-Jährige in einem alten Bunker eine Unterkunft für Obdachlose ein, mit dem «Pfuusbus» rettet er heute Leben.

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