Gestern kehrte seine Witwe heim. Mit Kopftuch, Sonnenbrille und Jeans. Der Abschied wird ganz still. «Es war Rodis letzter Wille, dass er im engsten Kreis beigesetzt wird», sagt Pfarrer Ernst Heller (65).
Der Abschied wird ganz still. «Es war Rodis letzter Wille, dass er im engsten Kreis beigesetzt wird», sagt Pfarrer Ernst Heller (65). Keine Freunde, keine Bekannten – nur Witwe Anina Stancu (31) und Bruder Kurt Roderer (88) dürfen an der Beerdigung des grossen Volksschauspielers anwesend sein. Das habe ihm Rodi schon im März 2011 in Bad Ragaz SG anvertraut, wo sich Heller gerade von einer Schulter-Operation erholte.
Walter Roderer (†91) war bis zum Schluss Perfektionist, der alles bis ins letzte Detail geplant hat. «Rodi zeigte mir damals sogar die fertige Todesanzeige, einen Ablaufplan mit seinen Musikwünschen sowie eine Skizze des Grabsteins», erinnert sich der bekannte Zirkuspfarrer. Neben der Beerdigung wünschte er sich eine grössere öffentliche Gedenkfeier in Zürich.
14 Monate später muss Heller nun den Abschied des in der Nacht auf Dienstag verstorbenen Schauspielers in die Tat umsetzen. Und inzwischen ist auch Rodis 60 Jahre jüngere Witwe Anina aus dem Ausland eingetroffen. Gestern, 10.10 Uhr, betrat sie die Villa in Illnau-Effretikon ZH, trug enge Jeans und Turnschuhe, ein Kopftuch und Sonnenbrille. Sie blieb nur kurze Zeit im Sterbehaus, ging später auf die örtliche Gemeindeverwaltung. «Die Witwe von Herr Roderer teilte uns ihre Wünsche für den Ablauf der Trauerfeierlichkeiten mit», sagt Stadtschreiber Kurt Eichenberger (62). Sie habe ausdrücklich um eine Bestattung ohne Freunde und Bekannte gebeten.
Rodis Weggefährten fühlen sich ausgeschlossen: «Ich finde es seltsam, dass wir, die engsten Freunde, beim Begräbnis nicht dabei sein dürfen», so Hansjörg Bahl (73) kopfschüttelnd. Bahl stand 50 Jahre lang mit Rodi auf der Bühne. «Er hatte doch gar keine richtige Familie, ausser uns Künstlern.» Anina habe sich kaum um Rodi gekümmert, so Bahl weiter. «Sie war dauernd im Ausland.»
Auch Country-Lady Suzanne Klee (59) fühlt sich vor den Kopf gestossen. «Ich möchte mich von meinem lieben Freund an seiner Beerdigung verabschieden. Es ist wirklich bedauerlich, dass uns das verwehrt bleibt», sagt sie traurig.
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