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Stimmung wie an einem Volksfest in Lugano am Samstagabend. Dutzende Freunde und Verwandte feuern Handwerker André Reithebuch aus Linthal mit Kuhglocken an, schwenken Glarner Fahnen. Um halb elf jubelt der Zimmermann im Centro Esposizioni: «Super, einfach der Hammer, danke vielmals!» Er ist der neue Mister Schweiz, verweist Delmarque V. G. de Barros (VS), Dominic Havel (BS) und Giovanni Romeo (BS) etwas überraschend auf die Ehrenplätze.
Der schönste Schweizer ist kein Grossstadt-Beau, kein aufgekratztes Party-Tier, kein Sprücheklopfer. «Ich stehe für das Bodenständige. Ich liebe die Natur, das Bergsteigen. Und ich bin stolz darauf, Glarner zu sein», sagte er gestern zu BLICK.
Der Zimmermann ist nicht zu unterschätzen
Seine Muskeln hat er wie Büezer-Rocker Gölä vom Bau. Der 192 cm grosse Glarner mit Schuhgrösse 48 verdrückt lieber einen Wurstsalat als Hamburger. Er träumt vom eigenen Haus, das er selber zimmern will, von einer Familie mit zwei Kindern.
Unterschätzen wir diesen Zimmermann nicht, der alles andere als hölzern wirkt. Als Renzo Blumenthal 2005 zum schönsten Schweizer gewählt wurde, gabs fiese Sprüche: Er habe sich von der Viehschau an die Mister-Schweiz-Wahl verirrt. Ein Heubub sei er, rieche nach Schweinestall. Und sein rätoromanisch gefärbter Bündner Dialekt wurde belächelt.
Kein Langweiler werden
Und dann? Bauer Renzo wurde zum populärsten und geschäftstüchtigsten Mister. Den Spagat zwischen Landwirt-Beruf und Glamourwelt schaffte er problemlos. «Ja, ich wurde anfangs unterschätzt», sagt Blumenthal. «Darum bin ich mir sicher, dass es André mit seiner Bodenständigkeit und Naturverbundenheit schaffen wird.»
Den ersten Schritt vom Bambi zum Platzhirsch hat André am Samstag gemacht. Das Geweih wächst noch. Er formuliert es so: «Mein Ziel ist, in meinem Amtsjahr kein Langweiler zu werden.»