Mister-Patzer: So nicht, lieber André!

ZÜRICH – Die schlanke Miss Zürich zu dick, Homosexualität eine Sünde und die schwangere Freundin soll abtreiben. Diese Fehltritte seiner Vorgänger lässt Mister Schweiz André Reithebuch besser bleiben!

  • Publiziert: 05.05.2009, Aktualisiert: 14.01.2012
  • Von Debora E.C. Zeier

Die Fettnäpfchen-Serie startete im Jahr 2000 mit Schönling Claudio Minder, der mit der Aussage im «SonntagsBlick», «Für mich sind Homosexuelle Sünder, wie Diebe es auch sind», ein Eigentor schoss. Schweizer Homosexuellen-Organisationen hielten dieses Zitat für «Minder»-bemittelt und forderten damals die Rote Karte für den hübschen Mister. Dieser versuchte erst abzustreiten, dies überhaupt gesagt zu haben. Dummerweise gab es dafür jedoch Zeugen. Da änderte Minder die Strategie und gab an, es nicht so gemeint zu haben.

Als wäre das nicht genug, erschien 2001 noch seine Autobiographie «Claudio Minder: Gold in Sicht. Ein Leben als Mister Schweiz». Auf der Website des Verlages wird er nicht nur mit Britney Spears verglichen, weil er angeblich keinen Sex vor der Ehe habe, sondern sei auch «einer, der für seine Überzeugungen geradesteht». Ausserdem «musste er lernen, mit den harten Keulenschlägen einer kritischen Presse zu leben.»

Zwei Jahre nach Claudio Minder folgte Christoph Engel. «Nomen est omen»? Denkste. Gar nicht engelsgleich wurde er in eine Schlägerei verwickelt: «Der Sicherheitsmann stiess mich weg. Ich wurde wütend, packte ihn am Kragen», sagte er zum Blick. Und alles nur, weil er ein Käse-Sandwich haben wollte. Als Quittung erhielt er eine Abreibung mit dem Pfefferspray. Ob er das Käse-Sandwich noch bekommen hat? Unterdessen hat Engel auf jeden Fall seinen Heiligenschein gepackt und ist davon geflattert – in die Versenkung.

Robert Ismajlovic schockte im Jahr 2005, als er die Miss Zürich als zu dick abstempelte. Ellen Tkatch, die bei einer Körpergrösse von 1,78 Meter nur 58 Kilogramm wog, müsse «ihren Körperfettanteil reduzieren», um bei der Miss-Schweiz-Wahl eine Chance zu haben, zitierte ihn Blick. Mit dieser Bemerkung machte er sich jedenfalls bei der weiblichen Bevölkerung äusserst unbeliebt. Zur Freude der Damenwelt liess sich Ismajlovic für den Mister-Schweiz-Kalender 2009 ablichten. Dabei fällt leider auf: Auch schöne Mister werden nicht jünger. Ob ihn das davon abhält, über optische Minimal-Makel anderer herzuziehen?

Zum Schluss der Fettnäpfchen-Serie die Krönung: Sven Melig, der unbestrittene König der Peinlichkeiten. Ihm war es nicht genug, die Öffentlichkeit an seinen Prahlereien von Frauengeschichten teilhaben zu lassen. Sex mit Gummi? Für Melig ein Fremdwort, denn «ich habe ja nur mit guten Frauen zu tun», sagte er zum Blick. Eine dieser «guten» Frauen war dann auch bald in mehr oder weniger froher Erwartung. Denn Melig drängte sie zur Abtreibung. Er drohte ihr, als Ausländerin und alleinerziehende Mutter sei sie ohnehin bald ein Sozialfall. Die Mister-Schweiz-Organisation soll die Kosten für die Abtreibung sogar mitgetragen haben. Für diese Schandtat hätte er eine Strafe verdient – vielleicht von «Prügel Mister» Christoph Engel?

play Ob André alle Fettnäpfchen umschiffen kann? (Marcel Sauder)