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Jan, du hältst heute die 1.-August-Rede auf dem Rütli. Was hat dich dazu bewogen?
Jan Bühlmann: Ich habe mir überlegt, was das Schweizerischste wäre, was ich als Mister tun kann. Und kam zum Schluss: eine Ansprache am Ort des Rütlischwurs zu halten.
Was wirst du ansprechen?
Ich werde die Schweiz loben für ihre Stabilität, den Wohlstand und die Herzlichkeit der Leute.
Keine Kritik?
Doch, sicher: Oft fehlt es den Schweizern an Selbstbewusstsein. Die Leute haben Angst, aufzufallen. Und mehr Zivilcourage wäre auch angebracht. Wenn jemand im Zug angepöbelt wird, schauen die anderen Passagiere weg.
Bist du ein Patriot?
Ich identifiziere mich mit der Schweiz und ihrer Bevölkerung. Wenn im Ausland jemand unser Land beleidigt, dann wehre ich mich. Aber als Patriotismus würde ich das nicht bezeichen, eher als Heimatverbundenheit.
Hast du dich verändert seit den Mister-Wahlen?
Wenn, dann positiv. Ich habe mehr Selbstbewusstsein gewonnen. Aber ich denke, dass ich meine Natürlichkeit bewahrt habe. Ich brauche nicht immer ein 5-GängeMenü. Manchmal reicht auch ein Stück Brot und Käse.
Bringt der Mister-Titel auch Schattenseiten mit sich?
Ich habe zu wenig Zeit für meine Hobbys: Klavier spielen, Singen und Kampfsport. Und ich kann mir nur noch selten mit Kollegen in Ruhe ein Bier gönnen.
Was ist dir wichtiger als Schönheit?
Die Beziehung zu Freunden, bei denen ich Energie tanken kann.
Und eine Freundin?
Ich hab doch keine Zeit als Mister Schweiz. Aber wieso hast du eigentlich keinen Freund?
Ich bin hier die Journalistin und stelle die Fragen. Was muss eine Frau haben, um dir den Kopf zu verdrehen?
Ich muss mit ihr lachen können. Sie sollte sie selbst sein und keine Geheimnisse vor mir haben.
Schön muss sie nicht sein?
Damit man überhaupt ins Gespräch kommt, ist das Aussehen sehr wichtig. Die Anziehungskraft kommt ja als Erstes vom Äussern. Und ich gebe zu, ich stehe auf Blondinen.
Wäre ich denn dein Typ?
Merkt man das nicht? (Lacht) Aber lass mir bitte eine Frage: Wie müsste denn dein Traummann sein?
Schönheit allein reicht nicht. Früher war mir sein Aussehen sehr wichtig. Heute achte ich auf andere Dinge. Er sollte ein herzensguter Mensch und immer für mich da sein, wenn es mir mal schlecht geht. Er muss aber auch ehrgeizig sein – wie ich. Ist das nicht der Fall, bleibts bei einem Flirt. Wie viele Beziehungen hattest du eigentlich?
Drei richtige. Die eine dauerte dreieinhalb Jahre, die andere zweieinhalb. Und die dritte ... na ja, die hielt nur kurz.
Jan, bist du der Typ für One-Night-Stands?
Sagen wir es so: Ich hatte mal eine Phase, in der ich mich ziemlich ausgetobt habe. Aber ich musste erkennen, dass ich zu sensibel bin für One-Night-Stands. Sex ohne Liebe ist nicht mein Ding.
Seit wann bist du Single?
Seit Oktober.
Dann hattest du seit zehn Monaten keinen Sex?
Na ja, das lassen wir lieber offen.
Also hattest du Sex. Woran scheiterte deine letzte Beziehung?
An der Distanz. Meine Ex-Freundin Hanne lebt in Norwegen.
Ich hatte mal einen Freund in Los Angeles. Das ist Distanz! Ich hörte, dass Hanne bald in die Schweiz kommt. Was läuft da?
Wir verstehen uns sehr gut und nehmen alles sehr unkompliziert.
Das tönt nach ungezwungenem Sex. Wo wird sie übernachten?
Nächste Frage, bitte!
Bist du eigentlich ein eifersüchtiger Freund?
Ganz und gar nicht. Mit Hanne habe ich ja eine Fernbeziehung geführt. Da darf man nicht eifersüchtig sein. Meine Freundin kann immer ohne mich ausgehen.
Das ist gut. Ich mag keine eifersüchtigen Männer. In letzter Zeit sah man dich mehrmals in Begleitung deiner Mamma. Bist du etwa ein Muttersöhnchen?
Haha, ganz sicher nicht! Meine Mutter wohnt ja gar nicht mehr bei uns. Ich sehe sie nur alle 14 Tage. Aber sie ist die Person, die mich am besten kennt.
Was sagt sie über dich?
Dass ich weiterhin ihr Janosch bin und immer bleiben werde.
Das ist süss. Was machst du nach dem Mister-Jahr?
Ich besuche in London eine Schauspielschule.
Du stehst also gerne im Mittelpunkt – hältst Reden und spielst Theater.
Nicht unbedingt, ich schlüpfe einfach gerne in fremde Rollen. Doch wenn ich auf mich allein gestellt bin – wie heute auf dem Rütli – macht es mich nervös.
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