Eine neue Liebe krönt Andrés Triumph

  • Publiziert: 03.05.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Aurelia Forrer, Karin el Mais, Reza Rafi, Claudia Schlup

Doppeltes Glück für André Reithebuch: Der 22-jährige Glarner Zimmermann ist seit drei Wochen verliebt – und seit gestern Mister Schweiz.

Mit ihm hat kaum jemand gerechnet: Ein stiller Zimmermann aus Glarus, der kaum Schlagzeilen gemacht hat, ist der neue Mister Schweiz. Gestern um 22.30 Uhr fällt im Centro Esposizioni in Lugano TI die Entscheidung. Noch stehen Rei-thebuch und Delmarque Vilela Gomes de Barros (31) auf der Bühne. Dann fällt sein Name. Er reisst die Arme in die Höhe und strahlt wie ein Maikäfer. «Es ist einfach der Hammer», sagt er ins Mikrofon von Moderator Matteo Pelli (31). «Es fühlt sich super an!»

Mit Frohnatur Reithebuch setzt das Schweizer Fernsehpublikum einmal mehr auf einen bodenständigen Mister: Er ist unglaublich heimatverbunden, zieht «einen Wurst-Käse-Salat allemal einem Hamburger vor» und träumt davon, ein eigenes Haus zu bauen. Mit wem er einziehen will, das wusste er bis vor kurzem selbst noch nicht. Erst gestern lüftete er sein Geheimnis: Seit drei Wochen ist er frisch verliebt in die hübsche Blondine Sarah! Bis zur letzten Sekunde hat er die frohe Botschaft für sich behalten, nicht einmal seinen Eltern verraten. «Ich bin total überwältigt», sagte sie, «ich muss mich erst einmal sammeln.»

Unterstützung hatte der passionierte Motorradfahrer also mehr als genug: Mit Treicheln und Plakaten feuerten Familie und Freunde gestern ihren Kandidaten an, sie waren die Lautesten im ganzen Saal. «Ich habe nur dank ihnen gewonnen», sagt er nach der Wahl zu SonntagsBlick. Und: «Mein Sieg ist auch ein Sieg fürs Glarnerland!»

Obwohl die Glarner zünftig für Stimmung sorgen, hält die mehr als zweistündige Fernsehshow allerdings nicht ganz, was sie versprochen hat. Dröge Choreografien wechseln sich mit mässig witzigen Moderationen von Matteo Pelli und Christa Rigozzi ab. Ausgerechnet an ihrem 26. Geburtstag ist die Ex-Miss-Schweiz nicht sonderlich in Form. Trotz dicker Schminke wirkt sie merkwürdig blass, und sie kündigt Jurymitglied Giulia Siegel (34) – peinlich, peinlich! – als «Giulia Siegler» an.

Anlass zum Murren geben im Saal und an den Bildschirmen auch die eingeblendeten Videosequenzen, welche die Sendung unnötig in die Länge ziehen. Wohltuend dagegen der Auftritt des italienischen Rockers Zucchero. Mit seinem burschikosen Äusseren gibt er das perfekte Kontrastprogramm zu den genormten Kandidaten. Das Publikum ist gerührt, als er «Everybody’s Gotta Learn Sometime» schnulzt und dann noch zwei kurze Zugaben gibt.

Gerührt ist am Ende des Abends aber vor allem einer: André Reithebuch, der den Saal mit Preisen im Wert von 50000 Franken und einem Namen verlässt, den fortan die ganze Schweiz kennt. Und wo-rauf hat der neue Mister am meisten Lust? «Zurück ins Glarnerland», sagt er. Und in die Arme von Sarah!

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