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Glänzende Rehaugen am Samstagabend in Lugano: André Reithebuch (22) wird zum offiziell schönsten Mann der Schweiz gewählt. Mit grossem Vorsprung auf die Konkurrenz.
Zufall? Kaum. André ist ein Bock im Rehpelz – nur hats kein Schwein gemerkt. Denn er wusste genau, welche seiner Seiten er verschweigen muss. Der Glarner Zimmermann: ein absoluter PR-Profi!
Schon vor den Mister-Wahlen lancierte er eine beispiellose Werbeaktion: Ein professionell gestalteter Werbeprospekt «André Reithebuch – ein Glarner als Mister Schweiz!» flatterte in sämtliche Glarner Briefkästen. Sponsor der Aktion: Andrés Vater Martin Reithebuch (50). 2500 Zimmereien erhielten ebenfalls Post vom kandidierenden Berufskollegen.
Dem Publikum und den Medien erzählt André das, was sie von einem Mister Schweiz erwarten. Er spricht, ganz braves Rehli, über seinen Traum vom selbst gezimmerten Eigenheim mit zwei Kindern. Vom Lieblingsessen Wurst-Käse-Salat. Sagt Sätze wie: «Ich stehe für das Bodenständige. Ich liebe die Natur, das Bergsteigen. Und ich bin stolz darauf, Glarner zu sein.» Ausserdem möchte er seinen Berufsstand beliebter machen.
Kurz: Das hatten wir alles schon mal. Und zwar in Form von Andrés Vorgänger Stephan Weiler (24). Weilers Mister-Jahr war alles andere als spannend. Aber nach der Wahl am Samstag sagt André Reithebuch augenzwinkernd zu BLICK: «Mein Ziel ist, in meinem Amtsjahr kein Langweiler zu werden.»
Mister-Muffel aufgepasst: Diese Gefahr besteht diesmal wirklich kaum! Das bestätigt auch Andrés bester Freund Roman Zweifel (22), Inhaber der Motorradwerkstatt Rom-Racing in Linthal.
«André ist ein sehr fröhlicher Mensch, und ja, er ist bodenständig», erzählt Zweifel, «aber er hat zwei Seiten: Er kann auch richtig Gas geben. Man kann mit ihm immer Fun haben – er ist einfach für jeden Seich zu haben!»
André und Stefan spielten schon zusammen im Sandkasten, wuchsen beide in Linthal auf. Bis vor Kurzem fuhren sie gemeinsam Supermoto-Rennen – eine waghalsige Art von Motorradrennen auf Rennstrecken, die nicht nur aus Asphalt-, sondern auch aus Kies- und Offroad-Teilen bestehen. Spektakuläre Drifts und Überholmanöver gehören dazu. Stefan: «André ist ein richtiger Draufgänger.»
Beim Thema Motorsport beginnen Andrés Augen zu strahlen: «Ja, ich betrieb den Sport leidenschaftlich, musste leider aus finanziellen Gründen aufhören. Aber ich will ganz klar wieder auf die Rennstrecke zurück. Da kann ich mich so richtig austoben.»
Sieht man sich Fotos aus Andrés Leben an, gibt es definitiv keinen Zweifel mehr: Unser neuer Mister Schweiz haut gerne auf den Putz! André zu BLICK: «Ja, ich feste gern. Und ich tanze gern. Ich höre gerne Rockmusik, AC/DC zum Beispiel. Es gibt auch diese wilde Seite in mir, und die muss ich ausleben.»
Warum hat er vor der Wahlnacht mit niemandem über seine wilde Seite gesprochen? In den braunen Augen funkelt es verschmitzt: «Es hat mich einfach nie jemand danach gefragt», sagt der neue Mister Schweiz grinsend.
Mitarbeit: Debora E. C. Zeier