Miss Schweiz im Bibeltest Zehn Gebote – null Ahnung

  • Aktualisiert am 19.01.2012
  • Von Aurelia Forrer

Seit einer Woche ist sie jetzt Miss Schweiz. Das Land kennt Linda Fäh als hübsch, gläubig und lammfromm.

Ein einziges Thema dominierte die erste Woche von Linda Fäh als frischgekürte Miss Schweiz: ihr Glaube. In allen Medien wurde sie mit Aussagen zitiert wie: «Ich glaube, Gott bestimmt, mit wem man das Leben verbringt.» Oder: «Ich bin gerne Gläubige.»

SonntagsBlick wollte daher die Katholikin auf ihre Bibelfestigkeit testen. Doch bereits bei der Frage nach den Zehn Geboten ist Linda ahnungslos: «Kein Sex vor der Ehe, vielleicht?», rätselt die 21-Jährige, die seit fünf Jahren in einer festen Beziehung lebt. Auf alle weiteren Fragen – etwa über die Eucharistiefeier oder die Sakramente – will die blonde Miss keine Antwort geben. Schnell wird klar, die St. Gallerin ist alles andere als bibelfest.

Ihr Unwissen mag das Publikum nach den bisherigen Aussagen verwirren – Linda Fäh selbst ist gar nicht überrascht: «Mit diesem Thema ist man bei mir an der falschen Adresse! Ich glaube zwar an Gott, aber ich bin keine praktizierende Katholikin», sagt sie. «Ich könnte keinen Satz aus der Bibel sagen.»

Dass die neue Miss Schweiz in der Öffentlichkeit als tiefgläubig und lammfromm wahrgenommen wird, ärgert sie: «Es wurden Dinge geschrieben, die ich so nicht gesagt habe», stellt sie klar. Vielleicht sei die Aussage ihres Vaters, dass vor der Wahl gemeinsam gebetet wurde, ausschlaggebend gewesen. «Wir haben auf dem Weg nach Genf in der Kirche ein Kerze angezündet, damit es mir gut geht und ich gesund bleibe.»

Ihren Bezug zu religiösen Dingen umschreibt sie so: «Ich glaube an eine höhere Macht und bete, wenn ich das Gefühl habe, jetzt möchte ich etwas loswerden, für etwas Danke sagen oder mit meinen
Grosseltern reden.» Das sei nicht jeden Tag der Fall, sondern alle paar Monate.

Zum Beten bleibt der gelernten Bankangestellten künftig ohnehin wenig Zeit: Fotoshootings, Interviews und Sponsorentreffen stehen auf dem Programm. «Noch ist alles speziell für mich. Mein Leben hat sich quasi von heute auf morgen geändert.» Wozu nun auch Berichte über ihren Glauben gehören. Schmälert das ihre Freude am Missen-Titel? «Um Himmels willen! Nein! Die Freude überwiegt. Miss Schweiz zu sein, gefällt mir sehr gut.»

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