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Die Mister Schweiz Organisation pfeift André Reithebuch zurück: Er darf nicht an die Europride in Zürich. (Facebook)
«Wenn ich an die Europride eingeladen werde, würde ich bestimmt hingehen.» Das verkündete der frischgebackene Mister Schweiz André Reithbuch zwei Tage nach seiner Wahl im Online-Chat auf Blick.ch. Die Organisatoren des grössten schwul-lesbischen Events Europas nahmen ihn beim Wort und luden den Glarner an die grosse Parade durch die Zürcher Innenstadt ein – VIP-Apéro inklusive. «Sollte diese Aussage ernst gemeint sein, würde wir uns sehr freuen, André dabei zuhaben», heisst es in der Einladung an Reithebuch, die Blick.ch vorliegt.
Doch die Mega-Party in Zürich ist für den Landburschen offensichtlich zu heiss. Anfang dieser Woche erhielt das Kommitee der «Europride» von der Mister-Schweiz-Organisation die Absage.
Zu gross ist bei den Mister-Verantwortlichen die Angst, es könnte zu ähnlichen Spekulationen über Andrés sexuelle Vorlieben kommen, wie bei seinem Vorgänger Stephan Weiler. Dieser hat sich aktiv für die Akzeptanz von Homosexuellen eingesetzt (Blick.ch berichtete). «Ich möchte André nicht etwas Ähnlichem aussetzen», sagt Urs Brülisauer von der Mister Schweiz Organisation und betont: «Das ist aber kein Entscheid, der sich gegen Schwule richten soll.»
Für Michael Rüegg, Mediensprecher der «Europride», ist diese Befürchtung unbegründet. Er räumt zwar ein: «Es ist wirklich ärgerlich, wenn Heteros gleich als schwul abgestempelt werden, wenn sie sich auch nur ansatzweise pro-gay geben.» Doch biete Reithebuch ohnehin deutlich weniger Interpretations-Spielraum als Weiler.
Keine Berührungsängste mit der Gay-Community hat Ex-Mister-Schweiz Tim Wielandt. Er nutzt die Gunst der Stunde, sich als DJ einem internationalen Publikum zu präsentieren. Der Beau tritt an der grossen Open-Air-Party am Samstag neben europäischen Star Star-DJs auf und heizt den Gays nicht nur mit seinem Äusseren, sondern auch mit seinen Platten ein.
Für die Europride-Organisatoren ein Grund mehr, dass Reithebuch an der Gay-Parade bestens aufghoben wäre: «Ganz allein wäre André in seiner Rolle also nicht. Und die Freundin dürfte er auch mitnehmen – in solchen Dingen sind wir sehr tolerant.»
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DJ Tim Wielandt hat keine Berührungs-Ängste. Er will der Europride mit seiner Musik einheizen. (Siggi Bucher)