Whitney gewann die Wahl mit falschen Haaren Lockenverbot für Miss Schweiz?

  • Publiziert: 02.10.2008, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Flavia Schlittler

Als süsser Lockenkopf bewarb sich Whitney Toyloy für die Miss-Schweiz-Wahl. Gewonnen hat sie mit Extensions. Und die trägt sie jetzt wohl ein Jahr lang.

Auf Whitney Toyloys Kopf gehts richtig wild zu und her. Kleine Naturlocken in alle Himmelsrichtungen. Süss. So hat sich die 18-jährige Gymnasiastin aus Yverdon VD bei der Miss-Schweiz-Organisation beworben.

Bei der Miss-Schweiz-Wahl am letzten Samstag sieht sie plötzlich ganz anders aus. Ihre Haare sind lang, dicht und glattgeföhnt.

Das wird wohl ihr ganzes Amtsjahr so bleiben. Den Sponsoren gefällts. Keiner hat bis jetzt den Lockenkopf zurückverlangt.

Gelockt oder gestreckt. Seit Jahren wird auf dem Kopf der schönsten Schweizerin die Natur überlistet. Auch mit sogenannten Extensions.

Miss-Schweiz-Organisatorin Karina Berger (40) findet es völlig okay. «Man versucht, jemanden so optimal wie möglich darzustellen. Natur pur müsste sonst auch heissen: kein Make-up, keine lackierten Nägel, keine hohen Absätze.»

Bei Whitney griff Valentino-Haarkünstler Nhut (23) zu Echthaar. Das hatte er schon vor sechs Wochen am Meter bestellt. In allen Farbtönen.

Vor der Wahl klebte er sie Whitney ein. Der Haarkünstler: «Sie hatte eine ungünstige Zwischenlänge. Ich habe so ihre Haare verdichtet und ein bisschen verlängert.»

Bis zur Wahl arbeitete die junge Miss an einer Tankstelle. Für 600 Franken im Monat. Die Extensions kosten inklusive Arbeit gegen 1000 Franken. Da wären zwei Monatslöhne weggewesen.

Whitneys Haar wurde nicht nur verlängert und verdichtet, sondern auch mit dem Föhn geglättet. Seither muss sie für ihren neuen Look 20 Minuten früher aufstehen.

Es lohnt sich, findet Coiffeur Nhut. «Whitneys Locken sind süss und herzig. Glattgeföhnt hat sie mehr Sex-Appeal, wirkt fraulicher.»

Wie gefällt sich Whitney selber am besten? «Mir gefallen meine Locken sehr. Glatt gefällt mir aber immer besser», sagt die Miss diplomatisch.

Freund Karim (22) dagegen hätte seine Whitney am liebsten so, wie er sie kennenlernte: mit süssem Lockenkopf.

Rassisten attackieren Miss Schweiz

Ewiggestrige Rassisten ziehen über die gebürtige Schweizerin Whitney Toyloy her: Ob sie eine «echte Schweizerin» sei, fragt sich ein BLICK-Leser in einem Brief. Schlimmer auf den Online-Portalen des «Tages-Anzeigers» und der Gratiszeitung «20 Minuten»: Dort fragt man sich, ob «eine Person mit dem Namen Toyloy die Schweiz repräsentieren darf». Die Miss-Schweiz-Wahl sei zur «Miss-Migrantin-Wahl» verkommen. Und braunes Gedankengut steckt im Satz: «Traurig ... in 30 Jahren werden wir Weissen vielleicht schon zur Minderheit gehören.» Bis Whitney Miss Schweiz wurde, hatte sie nie Probleme mit Rassismus, erzählt sie BLICK.

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