Whitney Toyloy «Die sind einfach neidisch!»

  • Publiziert: 14.02 Uhr, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Kaye Anthon

ZÜRICH – Heute muss Miss Schweiz Whitney Toyloy das Krönchen weitergeben. Zuvor blickt sie nochmals auf ihr bewegtes Jahr zurück.

Whitney Toyloy, es war ein turbulentes Jahr: Miss Untreu, Miss Unsichtbar, Miss Charme – wie willst du in Erinnerung bleiben?
Nicht als Miss Untreu, Miss Natürlich wäre schön. Ich bin so geblieben wie ich wirklich bin. Ich habe nie versucht, die perfekte Miss Schweiz zu spielen. Und das ist auch mein Tipp an die Nachfolgerin. Es ist egal, ob positiv oder negativ über dich geschrieben wird – man soll es beim nächsten Mal einfach besser machen.

Welche Frage hast du im Missen-Jahr am meisten gehört?
Seit einem Monat wollen alle wissen, ob ich einen Freund habe. Und nein, ich habe keinen (lacht). Und während meines Amtsjahres wurde ich ständig nach meiner Zukunft gefragt. Aber ich kann da keine genaue Antwort geben.

Aber du beendest jetzt dein Gymnasium?
Genau, und ich werde weiterhin arbeiten. Aber ich weiss noch nicht, was ich studieren werde. Ich habe viele Ideen, aber mich noch nicht entschieden. Vielleicht Jura, Marketing oder auch Kommunikation.

Hast du dich aufs Gymi vorbereitet?
Ich habe begonnen, Mathematik zu büffeln. Es war schlimm, ich hatte keine Ahnung von Algebra!

Und wie sind die Mitschüler?
Schade ist, das ich viele Gemeinheiten über mich höre – vor allem von Mädchen. Aber die sind einfach neidisch.

Bereust du es, dass du vor der Matura Miss wurdest?
Das wäre vielleicht besser gewesen. Aber ich habe es nun mal so gemacht. Als Miss Schweiz kann man den Alltag nicht planen, weil er so abwechslungsreich ist. Ich freue mich darauf, wieder Routine in mein Leben zu bekommen.

Vor einem Jahr warst du Schülerin, jetzt Grossverdienerin.
Ein modernes Märchen, nicht? Aber wie du sagst, ich habe an einer Tankstelle für 600 Franken im Monat gearbeitet, im Missen-Jahr habe ich rund 420000 Franken verdient. Ich weiss, wie mit Geld umzugehen. Momentan spare ich für eine Wohnung und die nächsten Ferien.

Wann ziehst du aus?
Nicht sofort, aber in rund zwei Jahren. Ich will aber am liebsten mit meiner besten Freundin eine WG gründen. Das einzige Problem ist, dass wir beide ein Riesenchaos in unseren Zimmern haben. Ich hab ihr schon gesagt: «Wenn wir zusammenziehen, müssen wir zuerst eine Therapie machen. Sonst wird’s eine Katastrophe» (lacht).

Gibst du den Eltern Geld ab?
Ich verdiene mehr als mein Vater, deswegen ja – ich wohne wie in einem Hotel bei ihnen. Und ab und zu schenke ich ihnen etwas. Als sie mich zum Beispiel an den Miss Universe-Wahlen auf den Bahamas besuchten, habe ich einen Teil der Reisekosten übernommen. Es ist schön, dass ich meine Familie unterstützen kann.

Dein Höhepunkt in diesem Jahr?
Meine erste Südafrika-Reise war der Hammer. Ich war für ein Shooting da – und werde bestimmt wieder hingehen. Und auch die Miss Universe Wahlen waren toll. Dass ich unter die Top 10 gekommen bin, ist ein Riesenerfolg, der mich unglaublich glücklich macht.

Der Tiefpunkt?
Nach den ersten drei Monaten fiel ich in ein Loch. Du musst dir vorstellen: Ich wurde als Schülerin Miss Schweiz, das ist ein Riesenschritt. Plötzlich hatte ich Verpflichtungen und Termine. Ich sah meine Freundinnen praktisch nie und hatte fast keine Zeit für meine Familie. Ich musste zuerst meinen Rhythmus finden. Der Sommer mit Carl Hirschmann und Karim war übrigens kein Tief, weil ich in dieser Zeit viel gelernt habe.

Am Anfang hat dich dein Vater beschützt. Ist das immer noch so?
Mein Vater war schon immer mein Ratgeber. Er ist alles für mich. Ausserdem arbeitet er im Marketing. Miss Schweiz ist auch Marketing. Er konnte mir wertvolle Tipps geben.

Du leidest an Asthma. Wurde deine Gesundheit durch das Amtsjahr beeinträchtigt?
Nein. Ich hatte zwar Anfälle, wenn es sehr heiss und stressig war. Aber meist habe ich Asthma, wenn ich Sport treibe. Doch die Krankheit ist nicht schlimm, ich habe immer mein Spray dabei. Mein Vater hingegen hat allergisches Asthma, er kann ganz plötzlich einen Anfall bekommen. Ich hingegen weiss, wann ich einen Anfall kriegen könnte.

Du hast ein Arschgeweih. Folgen mehr Tattoos?
Ja! Ich werde mir in zwei Monaten ein Tattoo mit den Initialen meiner Familie auf den Fuss stechen lassen.

Ist es schwierig, gute Männer kennenzulernen?
Ja, viele Männer interessieren sich nur für mich, weil ich Miss Schweiz bin. Ich bin sehr vorsichtig geworden. Es ist gut möglich, dass ich dem einen oder anderen Kerl eine Absage erteilt habe, obwohl er nett wäre. Aber wenn ich mit einem Mann zusammenkomme, muss er sehr verliebt in mich sein. Ich bin ein starker und schwieriger Charakter. Es ist nicht immer ein Traum mit mir.

Wie muss er sein?
Gross, lustig, reif, aktiv, reiselustig, ein Familienmensch, und optimistisch.

Wie war das Shooting mit Thomas Buchwalder?
Es war sehr toll, mal etwas anderes zu machen. Nicht diese typischen Miss-Schweiz-Bilder. Sondern sexy und schick. Ich freue mich über jedes Bild. Die Stimmung am Set war sehr familiär. Mit Thomas habe ich schon viele Shootings gemacht, und Karina Berger machte das Styling. Sie ist wie ein zweites Mami für mich. Wichtig war für mich, dass meine Familie die Bilder absegnet.

Würdest du nackt posieren?
Für den Playboy nicht. Aber für eine gute Sache wie eine Aids- oder Krebs-Kampagne würde ich mich gerne ausziehen.

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