Lys Assia nach Stromschlag in Klinik «Meine Waschmaschine hätte mich fast umgebracht»

  • Publiziert: 03.11.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Peter Padrutt
play Diese Waschmaschine versetzte Lys Assia einen Stromschlag. (Bruno Torricelli)

Lys Assia, die Stimme von «O mein Papa», hatte eine Nacht lang fürchterliche Angst, den Morgen nicht mehr zu erleben.

Was muss die grosse Lys Assia (85) noch alles ertragen! Erst verlor sie den Mann bei einem Autounfall, lag selber im Koma. Dann die Herzoperation. Der blutige Überfall auf ihre Villa in Cannes, bei dem Hund Lucky getötet wurde. Und jetzt der neuste Schlag: «Meine Waschmaschine hätte mich fast umgebracht», erzählt sie aufgewühlt.

Passiert ist es vorletzten Sonntag in ihrer Mietwohnung an der Zürcher Goldküste. «Ich kam gerade von Griechenland zurück, wo ich zwei Galas gab», sagt die Gewinnerin des Concours Eurovision 1956. «Mein Hausmädchen war nicht da, darum beschloss ich, die Wäsche selber zu machen.»

Der Grande Dame des Chansons fällt ein Kleidungsstück hinter die Waschmaschine. Sie bückt sich, um es hervorzuklauben – und da passiert es: «Ein heftiger Stromstoss schoss durch meinen ganzen Körper. Dann stürzte ich hin – zum Glück auf ein Frotteetuch», erzählt sie.

Lys Assia holt tief Luft. Dann fährt sie fort: «Ich stand unter Schock, dachte sofort an mein krankes Herz. Meine grösste Sorge war: Wird mich hier jemand finden? Mein Dackel begann zwar ganz laut zu bellen. Trotzdem hatte ich grosse Angst, dass ich den nächsten Morgen nicht mehr erleben werde», sagt sie bewegt.

Doch Lys Assia rappelt sich auf, sucht verzweifelt nach dem Handy und alarmiert den Arzt, der sie sofort in eine Klinik einweist. «Es war keine kleine Sache. Ich musste zwei Nächte im Spital bleiben», sagt sie. Untersuchungen wie ein Elektrokardiogramm sollten ausschliessen, dass ihr Herz Schaden genommen hatte.

Wie aber ist es möglich, dass ihr die Waschmaschine so einen heftigen Schlag versetzte? «Der Elektriker stellte fest, dass ein Kabel defekt war und schon einmal geflickt worden war. Er sagte mir: ‹Frau Assia, da hatten Sie aber einen Schutzengel!›»

Inzwischen fühlt sich die Sängerin wieder besser. «Ich habe noch Gleichgewichtsstörungen, fühle mich elektrisch aufgeladen. Es ist so, wie wenn in einem Autopneu Luft fehlt, und es einen zur Seite zieht.»

Lyss Assia hat schon viel überstanden in ihrem bewegten Leben. «Ich habe grosse Selbstdisziplin und arbeite viel», sagt sie tapfer. «Vielleicht macht mich das in solchen Situationen so stark.»

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